| Aspekte der deutschen Sprache (13) | |
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 Gunhild Simon: Studienrätin a.D. und Sprachexpertin des institut1
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Endungen der Substantive, die sich von Adjektiven ableiten
Von Gunhild Simon
Sobald Adjektive ihre Entsprechung in Substantiven finden, müssen sie sprachlich gekennzeichnet
werden. Das geschieht entweder durch Substantivierungen, z.B. das Schöne, das Gute usw. oder durch
Anhängen substantivischer Endungen: -heit, -keit. Welche der beiden in Frage kommt, ist
jedoch keinesfalls beliebig.
Endungslose - und das sind in der Mehrzahl einsilbige Adjektive - erhalten die Nachsilbe -heit,
Schönheit, Rohheit, Dummheit, Geilheit, Frechheit.
Dagegen ist -keit das notwendige Anhängsel
für Adjektive, die bereits eine spezifische Adjektivendung aufweisen, -lich, -ig, -isch, -bar:
Hässlichkeit, Gehässigkeit, Mürrischkeit, Machbarkeit.
HINWEIS
Namentlich gekennzeichnete Artikel geben die Meinung des Verfassers wieder.
Sie entsprechen nicht in jedem Falle der Auffassung des institut1.
Beitrag von Gunhild Simon
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Unübersichtlich wird es bei mehrsilbigen Adjektiven, die keine spezifische
Endung aufweisen. Folgt man der oben dargestellten Erkenntnis, haben sie
generell die Endung -heit (Unbefangenheit, Unverschämtheit, Gewissheit,
Zufriedenheit, Verschiedenheit, Sicherheit).
Nur, wie verhält es sich mit Bitterkeit und Übelkeit? Erlaubt es uns
unser Sprachgefühl nicht, sie mit -heit zu verbinden, sind sie die
berühmten Ausnahmen von der Regel, oder sollen Bedeutungsunterschiede
sichtbar gemacht werden? Ist Übelheit womöglich etwas anderes als
Übelkeit - Bitterheit etwas anderes als Bitterkeit?
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