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Fremdwörter der deutschen Sprache
Von Hartmut Dresia | 14.April 2009
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| Johann Wolfgang von Goethe Bild: Gerhard von Kügelgen |
| public domain |
Fremdwörter sind ein wichtiger, ja unverzichtbarer Bestandteil des deutschen Wortschatzes. Zu keiner Zeit ist unsere Sprache ohne Fremdwörter ausgekommen. Zunehmend kritisieren vermeintliche Sprachbewahrer neben den gültigen Rechtschreibregelungen auch die Verwendung von Fremdwörtern.
Aktuelle Fremdwörter wie E-Mail, Website oder Blog sind keineswegs dazu geeignet, Verständigung und Verstehen zu erschweren. Sie sind gute Beispiele für kulturelle Befruchtung und sprachliche Kontakte.
Verwechselte Fremdwörter können ärgerlich oder belustigend sein. So weist Bastian Sick in seiner Zwiebelfisch-Kolumne “Über das Intrigieren fremder Wörter” auf diese Fälle hin: “Ein Klassiker sind die karikativen Zwecke, die den karitativen Spendenaufruf zur sprachlichen Karikatur werden lassen.”
integrieren oder intrigieren
Einen besonders gemeinen Stolperstein stellt auch das Wort "integrieren" dar. Auf der Homepage der Fernsehsendung "Big Brother" las man über die unglückliche Teilnehmerin Manuela: "Sie hofft, dass sich das Verhältnis in Zukunft bessern wird und sie sich mehr und mehr ins Team intrigieren kann." Wenn hier nicht "integrieren" gemeint war, dann hätte der Satz anders aufgebaut werden müssen: "... und sie mehr und mehr im Team intrigieren kann."
Fremdwortpurismus
Abstrus und besorgniserregend sind aber Forderungen wie sie beim “Verein für Sprachpflege e. V.” zu finden sind: “Deutsch ist die Standardsprache des öffentlichen Dienstes und der Behörden. Sie darf keine fremdsprachigen Ausdrücke oder Begriffe enthalten, wenn ein deutscher Ausdruck oder Begriff mit dem gleichen Sinn vorhanden ist.”
Hier soll eine Art Reinheitsgebot der Sprache verankert werden. Sprachpurismus in der Form des Fremdwortpurismus – die Bestrebung also, die Sprache richtig und rein von allen systemfremden Einmischungen zu verwenden – ist schon für Goethe “ein absurdes Ablehnen weiterer Ausbreitung des Sinnes und Geistes” gewesen.
