<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	>

<channel>
	<title>institut1.de</title>
	<atom:link href="http://www.institut1.de/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.institut1.de</link>
	<description>Sprache und Rhetorik</description>
	<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 15:42:18 +0000</pubDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.7.1</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Im Räderwerk des Bildungsgetriebes - Hermann Hesses Erzählung Unterm Rad - ein Hörbuch</title>
		<link>http://www.institut1.de/unter-die-raeder-gekommen-hermann-hesses-erzaehlung-unterm-rad-hoerbuch/</link>
		<comments>http://www.institut1.de/unter-die-raeder-gekommen-hermann-hesses-erzaehlung-unterm-rad-hoerbuch/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 20:36:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Simon</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.institut1.de/?p=419</guid>
		<description><![CDATA[





Hermann Hesse - Unterm Rad


© Der Hörverlag



Hermann Hesse thematisiert die Bitternisse der Jugend. Er ist der Dichter des Aufbegehrens, der Melancholie und des Scheiterns.
In dem Roman &#8220;Unterm Rad&#8221; geht es um um all das - beklemmenderweise besonders um das Scheitern. Dies ist umso bedrückender, als es einen jungen Menschen mit zwar schwacher körperlicher Konstitution, aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table style="float:left; width:218px; margin-right: 10px; margin-top: 5px; margin-bottom: 10px;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td><img style="border: 3px double #ddd;" title="Hermann Hesse - Unterm Rad" src="http://www.institut1.de/225_11_06_Hesse_UntermRad_CD.jpg" border="0" alt="Hermann Hesse - Unterm Rad" align="left" /></td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; margin-top: 2px; margin-bottom: 3px; font-size:10px; line-height: 12px;">Hermann Hesse - Unterm Rad</td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; color: #67808d; font-size:9px; line-height: 11px;">© Der Hörverlag</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong>Hermann Hesse thematisiert die Bitternisse der Jugend. Er ist der Dichter des Aufbegehrens, der Melancholie und des Scheiterns.</strong></p>
<p>In dem Roman &#8220;Unterm Rad&#8221; geht es um um all das - beklemmenderweise besonders um das Scheitern. Dies ist umso bedrückender, als es einen jungen Menschen mit zwar schwacher körperlicher Konstitution, aber wachem, aufnahmefähigen Geist, ja, sogar brennendem Ehrgeiz betrifft, der den Anforderungen seiner Umwelt nicht Genüge tut.</p>
<p>Die Gefühlswirren der Pubertät bescheren ihm die innige Freundschaft zu einem Ungepassten, einem Verfemten. Während seines Abstiegs vom strebsamen Primus zum Verworfenen wenden sich alle Gönner von ihm ab, enttäuscht über unerfüllte Erwartungen. Sein Lebensweg verläuft sich im Unerheblichen. </p>
<p><span id="more-419"></span><strong>Bloß nicht matt werden - sonst kommt man unters Rad</strong></p>
<p>Hans Giebenrath, mutterloses Einzelkind in einer einfachen, schwäbisch-pietistischen Umgebung aufgewachsen, hochbegabt und ungewöhnlich feingeistig und zartgliedrig, aber lenkbar, strebsam, ehrgeizig, blickt nach der mustergültig bestandenen Aufnahmeprüfung im klösterlich humanistischen Internat einem unstandesgemäß vorgezeicheten Lebensweg mit dem Ziel eines erhöhten Platzes auf Kanzel oder Katheder entgegen.</p>
<p style="float: left; margin: 5px 10px 5px 0px;"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=instituintern-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3895849650&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Jedoch löst er die Erwartungen seiner Gönner nicht ein. Alle wohlwollende Unterstützung weicht, als er pubertätsbewegt auf der Suche nach eigenen Maßstäben aus dem Tritt kommt. Sein Versagen wird nicht geduldet. Zurückgekehrt in die ignorante, ablehnende Welt seiner Kindheit findet er keinen tragfähigenen Halt mehr. Sein Lebenslicht erlischt - zufällig oder aus Verzweiflung?</p>
<p>&#8220;Bloß nicht matt werden - sonst kommt man unters Rad&#8221;, mahnt der Hebräischprofessor halb aufmunternd halb drohend den merkwürdig gedankenabwesenden Musterschüler. &#8220;Unterm Rad&#8221;- der Titel bedeutet, krasser ausgedrückt, &#8220;unter die Räder gekommen&#8221; oder &#8220;zwischen Mühlsteinen aufgerieben&#8221; zu sein. Selbst das Bild des &#8220;Rädchens im (Bildungs)-Getriebe&#8221; oder des schweren &#8220;Im-Rad-Gehens&#8221; eines schuftenden Arbeitstiers stellt sich angesichts der Anstrengungen des kaum der Kindheit entwachsenen Zöglings ein.</p>
<p>Die Erzählung entstand 1906, dennoch ist sie, trotz einfühlsameren Umgangs mit Heranwachsenden, trotz weniger strenger Anforderungen, heute noch aktuell und bewegend. Sie handelt von den immer wiederkehrenden Nöten des Erwachsenwerdens, von Selbstfindung und Aufrichtigkeit, von Verweigerung und Konsequenz, von Abgrenzung und Einsamkeit. Sie ist zugleich eine Verarbeitung Hesses eigener Jugend- und Schulerfahrungen. Auch Eltern der gegenwärtig heranwachsenden Jungengeneration müssen sich fragen, ob sie ihrem Sprössling Verständnis und Gerechtigkeit entgegenbringen.</p>
<p>Hier liegt der Roman als Hörbuch vor. Die Stimme des Vorlesers ist jung, und glaubwürdig. Einfühlsam und dezent trifft sie den Ton vom Erziehenden bis zum Zögling. Es liest Samuel Weiss.</p>
<div style="background:none; margin: 0px 0px 5px 0px; padding: 0px 0px 10px 20px;"><script type="text/javascript"><!--
google_ad_client = "pub-6165561483530844";
/* 468x60, Erstellt 16.10.09 */
google_ad_slot = "8097625133";
google_ad_width = 468;
google_ad_height = 60;
//-->
</script><br />
<script type="text/javascript"
src="http://pagead2.googlesyndication.com/pagead/show_ads.js">
</script></div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.institut1.de/unter-die-raeder-gekommen-hermann-hesses-erzaehlung-unterm-rad-hoerbuch/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Anna Seghers: Der Aufstand der Fischer von St. Barbara</title>
		<link>http://www.institut1.de/anna-seghers-der-aufstand-der-fischer-von-st-barbara/</link>
		<comments>http://www.institut1.de/anna-seghers-der-aufstand-der-fischer-von-st-barbara/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 09:55:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Simon</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.institut1.de/?p=406</guid>
		<description><![CDATA[





SternennachtVincent van Gogh


public domain



Anna Seghers steht für die Identifikation mit den Verfolgten und Geknechteten. Das zeigen ihre berühmten Romane, die schon lange als Schullektüre gelten, um junge Menschen unmittelbar an soziale und politische Probleme heranzuführen.
Das siebente Kreuz über die schier aussichtslose Flucht aus einem deutschen Konzentrationslager oder Transit über die gefahrvolle Flucht quer durch Europa [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table style="float:left; width:238px; margin-right: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 5px; margin-bottom: 10px;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td><img style="border: 3px double #ddd;" title="Sternennacht - Vincent van Gogh" src="http://www.institut1.de/wp-content/uploads/225_vangogh_sternennacht.jpg" border="0" alt="Sternennacht - Vincent van Gogh" align="left" /></td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; margin-top: 2px; margin-bottom: 1px; font-size:10px;">Sternennacht<br />Vincent van Gogh</td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; color: #67808d; font-size:9px;"><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Public_domain" style="color: #67808d; font-size:10px;" target="_blank" title="public domain">public domain</a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong>Anna Seghers steht für die Identifikation mit den Verfolgten und Geknechteten. Das zeigen ihre berühmten Romane, die schon lange als Schullektüre gelten, um junge Menschen unmittelbar an soziale und politische Probleme heranzuführen.</strong></p>
<p><em>Das siebente Kreuz</em> über die schier aussichtslose Flucht aus einem deutschen Konzentrationslager oder <em>Transit</em> über die gefahrvolle Flucht quer durch Europa aus der deutschen Nazidiktatur sind die Prototypen für Political Correctness.</p>
<p>Die Erzählung <em>Aufstand der Fischer von St. Barbara</em> reiht sich ein in dieses aufklärerische Genre, das die Qual der Unterdrückten thematisiert. Die Fischer des Dorfes St. Barbara haben zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig. Abhängig von der ausbeuterischen Gier der Reeder, die ihnen die Bedingungen diktieren, ertränken sie ihre existentiellen Sorgen im Alkohol.</p>
<p><span id="more-406"></span><strong>Zum Aufstand von der Not getrieben</strong></p>
<p>Ihre ausgemergelten Frauen wissen nicht, wie sie mit den knappen Rationen die Familien ernähren sollen, und ihre Kinder vegetieren hässlich, schwächlich und kränklich dahin. </p>
<p style="float: left; margin: 5px 10px 5px 0px;"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=instituintern-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3898137554&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Von Not getrieben kommt es zum Aufstand gegen die Reeder, deren Macht durch die Gewalt des Militärs gestützt wird. Gegen die bewaffneten Soldaten sind die Männer machtlos.</p>
<p>Zwei junge Menschen begegnen sich, beide einsam, beide gezeichnet und desillusioniert von den unwirtlichen und lebensfeindlichen Bedingungen. Ein Fischerbursche und eine Schifferhure, die sich in den widrigen Umständen behaupten müssen. In ihrer Begegnung drückt sich die vage Idee aus, dass Leben mehr sein könnte als nacktes Überleben. Doch der Junge kommt in den Wirren des Widerstands um, das Mädchen wird an ihr trostloses Geschäft gebunden bleiben.</p>
<p>Es gibt im Buch nicht den tröstlichen Ausblick, den die Verfilmung des Stoffes versucht hat hinzuzudichten.</p>
<p>Die Lesung ist vollständig und originalgetreu. Der Text ist in der schmucklosen, expressionistischen Sprache, der die Autorin verpflichtet ist, verfasst. Die Sprache, die Dialoge, die Bilder ließen bei mir Assoziationen zu Kohlezeichnungen und Holzschnitten aufkommen, von den Unbilden des harten Lebens gezeichnete, einfache Gesichter, unter das Lebensjoch gebeugte Gestalten, wie sie aus den Bildern Käthe Kollwitz&#8217;, Paula Modersons oder schicksalhaften Gedichten wie denen von Agnes Miegel sprechen. </p>
<p>Ulrike Krumbiegel liest den Text. Sie war auch schon bei der Verfilmung dabei, der Text ist ihr vertraut. Eine angenehme Stimme, der man gern zuhört. Nur die Dialoge hätte ich mir unverfälschter und neutraler gewünscht. Aus den Stimmen spricht für meinen Geschmack zuviel schauspielerisches Engagement, das die Menschen in einer bereits von der Autorin gewollt einfachen, rauen Sprache - zwar gut gemeint - nachempfindet, aber zu eindimensional erscheinen lässt.</p>
<div style="background:none; margin: 0px 0px 5px 0px; padding: 0px 0px 10px 20px;"><script type="text/javascript"><!--
google_ad_client = "pub-6165561483530844";
/* 468x60, Erstellt 16.10.09 */
google_ad_slot = "8097625133";
google_ad_width = 468;
google_ad_height = 60;
//-->
</script><br />
<script type="text/javascript"
src="http://pagead2.googlesyndication.com/pagead/show_ads.js">
</script></div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.institut1.de/anna-seghers-der-aufstand-der-fischer-von-st-barbara/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Hermann Hesse: Demian - ein Hörbuch gelesen von Ulrich Noethen</title>
		<link>http://www.institut1.de/hermann-hesse-demian-ein-horbuch-gelesen-von-ulrich-noethen/</link>
		<comments>http://www.institut1.de/hermann-hesse-demian-ein-horbuch-gelesen-von-ulrich-noethen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2009 21:13:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Simon</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.institut1.de/?p=398</guid>
		<description><![CDATA[





Hermann Hesse - Demian


© Der Hörverlag



Hermann Hesse ist das unsterbliche Idol der Jugend, Symbol des Aufbruchs, der Individuation, der Selbstfindung, der Melancholie.
Seine Erzählung Demian, aus der autobiographischen Perspektive geschrieben, ist der Prototyp des Genres eines Entwicklungs- und Bildungsromans. Es geht um den Ablösungsprozess des Knaben Emil Sinclair von dem behüteten kindlichen Dasein eines bürgerlich geordneten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table style="float:left; width:238px; margin-right: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 5px; margin-bottom: 10px;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td><img style="border: 3px double #ddd;" title="Hermann Hesse - Demian" src="http://www.institut1.de/wp-content/uploads/225_hesse_demian.jpg" border="0" alt="Hermann Hesse - Demian" align="left" /></td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; margin-top: 2px; margin-bottom: 1px; font-size:10px;">Hermann Hesse - Demian</td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; color: #67808d; font-size:9px;">© Der Hörverlag</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong>Hermann Hesse ist das unsterbliche Idol der Jugend, Symbol des Aufbruchs, der Individuation, der Selbstfindung, der Melancholie.</strong></p>
<p>Seine Erzählung <em>Demian</em>, aus der autobiographischen Perspektive geschrieben, ist der Prototyp des Genres eines Entwicklungs- und Bildungsromans. Es geht um den Ablösungsprozess des Knaben Emil Sinclair von dem behüteten kindlichen Dasein eines bürgerlich geordneten Familienlebens. Er erlebt diese Entwicklung als einen heftigen Widerstreit zwischen der reinen Welt der Familie und den dunklen Verwirrungen, denen er sich in der Außenwelt aussetzt.</p>
<p>Scham und Verstrickung reichen so tief, dass er allein nicht den Mut findet, sich zu befreien oder sich anzuvertrauen. Max Demian, ein älterer Mitschüler, bewundert und gleichzeitig gemieden wegen seiner Überlegenheit und Reife, gibt ihm die Kraft, sich aus dem Bann zu lösen. </p>
<p><span id="more-398"></span><strong>Neuorientierung nach Rückschlägen und Exzessen</strong></p>
<p>Mit der Pubertät beginnt ein anderer Lebensabschnitt. Er wird mit neuen Fragen konfrontiert. Bis er Demian wieder begegnet, schweift er durch vielerlei Sphären - Höhenflüge und Abgründe des Heranwachsens.</p>
<p style="float: left; margin: 5px 10px 5px 0px;"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=instituintern-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3867170959&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Er erlebt Verliebtheit, muss, um nicht vollends zu scheitern, das Elternhaus verlassen, und es gelingt ihm erst nach Rückschlägen und Exzessen, sich neu zu orientieren. In Demians Mutter gar glaubt er die Frau seines Lebens zu erkennen. Zwar erfüllt sich die Liebe nicht. Jedoch bleibt die wegweisende Kraft sein Jugendfreund, bis er von ihm endgültig bitteren Abschied nehmen muss. Aber inzwischen ist dessen Mission erfüllt. Emil hat die Reife erlangt, für sich selbst einzustehen. </p>
<p>Der Roman Demian ist im Ersten Weltkrieg entstanden. Der Autor war bei seinem Erscheinen Anfang vierzig. Er hatte ihn zunächst unter dem Pseudonym Emil Sinclair veröffentlicht, ein verstecktes Zugeständnis an die unleugbar autobiographischen Züge. Erst später bekannte er sich zu dem Werk, das ihm sogar den Theodor-Fontane-Preis eingebracht hatte, ein angesehener Preis für Erstveröffentlichungen. Er änderte den Titel und gab den Preis zurück.</p>
<p>Hermann Hesses Erzählstil zeichnet sich durch den Verzicht auf üppige sprachliche Ausgestaltung des Milieus, des Äußeren, aus. Er konzentriert sich ganz auf das Innenleben, die Gefühlslage, seelische Verfassung und  Entwicklung seines Protagonisten, ein Hinweis auf seine Beschäftigung mit dem Thema Psychotherapie und Psychoanalyse. Der Dichter hatte selbst einen komplizierten und bedrohlichen Reifeprozess, der ihn zu dieser Auseinandersetzung zwang, hinter sich. Hinter der Gestalt des Therapeuten Lang verbirgt sich C. G. Jung. </p>
<p>Der Text wird von Ulrich Noethen gelesen. Seine zurückhaltende, gleichwohl behutsame Stimme lässt den Hörer am Schicksal Emils teilnehmen, in die Welt des Kindes, des Heranwachsenden, der sich entfaltenden Persönlichkeit eintauchen, ohne ihn durch Gefühligkeit zu verführen, zu verschrecken oder auf kritische Distanz zu bringen. Ein gelungenes Werk, das dem Text auf angenehme Art gerecht wird!</p>
<div style="background:none; margin: 0px 0px 5px 0px; padding: 0px 0px 10px 20px;"><script type="text/javascript"><!--
google_ad_client = "pub-6165561483530844";
/* 468x60, Erstellt 16.10.09 */
google_ad_slot = "8097625133";
google_ad_width = 468;
google_ad_height = 60;
//-->
</script><br />
<script type="text/javascript"
src="http://pagead2.googlesyndication.com/pagead/show_ads.js">
</script></div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.institut1.de/hermann-hesse-demian-ein-horbuch-gelesen-von-ulrich-noethen/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Thomas Mann: Deutsche Hörer! BBC-Reden 1941-1945</title>
		<link>http://www.institut1.de/thomas-mann-deutsche-hoerer-bbc-reden-1941-1945/</link>
		<comments>http://www.institut1.de/thomas-mann-deutsche-hoerer-bbc-reden-1941-1945/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 06 Sep 2009 12:37:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Simon</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Rhetorik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.institut1.de/?p=386</guid>
		<description><![CDATA[





Thomas MannDeutsche Hörer!BBC-Reden 1941 bis 1945


© Der Hörverlag



Während einer Ferienreise in die Schweiz im Mai 1933 beschloss Thomas Mann angesichts der beginnenden nationalsozialistischen Diktatur, mit seiner Familie nicht mehr nach Deutschland zurückzukehren. Danach war er verschrien und verpönt als mit dem Feind Verbündeter und Fahnenflüchtiger. 
Es wurde ein endgültiger Abschied. Seitdem lebte er abwechselnd im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table style="float:left; width:238px; margin-right: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 5px; margin-bottom: 10px;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td><img style="border: 3px double #ddd;" title="Thomas Mann - BBC-Reden 1941 bis 1945" src="http://www.institut1.de/wp-content/uploads/225_mann_deutsche_hoerer.jpg" border="0" alt="Thomas Mann - BBC-Reden 1941 bis 1945" align="left" /></td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; margin-top: 2px; margin-bottom: 1px; font-size:10px;">Thomas Mann<br />Deutsche Hörer!<br />BBC-Reden 1941 bis 1945</td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; color: #67808d; font-size:9px;">© Der Hörverlag</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Während einer Ferienreise in die Schweiz im Mai 1933 beschloss Thomas Mann angesichts der beginnenden nationalsozialistischen Diktatur, mit seiner Familie nicht mehr nach Deutschland zurückzukehren. Danach war er verschrien und verpönt als mit dem Feind Verbündeter und Fahnenflüchtiger. </p>
<p>Es wurde ein endgültiger Abschied. Seitdem lebte er abwechselnd im Exil in der Schweiz und - ab 1938 - in Kalifornien. Er nahm 1944 sogar voller Stolz die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Erst 1952 zog er in die Schweiz zurück, wo er bis zu seinem Tod 1955 lebte. </p>
<p>Thomas Mann hat sich nicht leicht getan als Redner. Er war kein Mensch, der das Bad in der Menge suchte. Er war zurückhaltend und verhalten, auf Distanz und Manieren bedacht. Öffentliche Auftritte erfüllten ihn, den unerbittlichen Selbstbeobachter, immer wieder mit Unsicherheiten und Selbstzweifeln.</p>
<p><span id="more-386"></span><strong>Thomas Mann - Deutsche Hörer! - BBC-Reden 1941 bis 1945</strong></p>
<p>Der Schritt, zum deutschen Volk zu sprechen, ist ihm zweifellos selbst in der Studioeinsamkeit nicht leicht gefallen. Umso höher ist er zu bewerten. Denn Thomas Mann war kein ausgesprochen politisch tätiger Mensch. Umso mehr erfüllte es ihn mit Stolz, von der Führungselite des Dritten Reiches zu denjenigen gezählt zu werden, die zum Widerstand aufriefen.</p>
<p style="float: left; margin: 5px 10px 5px 0px;"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=instituintern-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3899403983&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Die 58 kurzen Ansprachen, die Thomas Mann von Kalifornien aus an das deutsche Volk richtete, waren zu jener Zeit technisch kompliziert zu erstellen. Sie wurden zunächst auf eine Schallplatte aufgenommen, auf dem Luftweg nach New York gebracht und von dort aus nach London gekabelt.</p>
<p>Einmal monatlich strahlte sie die BBC aus, sodass sie über Langwelle in Deutschland zu empfangen waren. In Deutschland war dazu das Abhören von &#8220;Feindsendern&#8221; unter strenge Strafen gestellt.</p>
<p>Die Reden Thomas Manns sind an ein breites Publikum gerichtet und der damaligen Zeit entsprechend hochemotional und voller Pathos. Angesichts der Unmenschlichkeit und Zerstörungswut gegen andere Völker und der Abschottung Deutschlands aus der Staatengemeinschaft waren deutliche Worte am Platz.</p>
<p>Thomas Mann konfrontiert seine Hörer mit Kriegsverbrechen, systematischer Verfolgung und Ausrottung der Juden, mit Menschenexperimenten, Vergasungen und Euthanasie. Er berichtet von dem menschenverachtenden und unmenschlichen Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung in den besetzten Ländern, dem Bombenterror und der Dezimierung durch gezielten Hunger. Diesen Tatsachen stellt er die geistige Größe und Kultur der Vergangenheit Deutschlands  gegenüber, und er ruft auf zu Umkehr, Umdenken und Buße.</p>
<p>Die Reden sind eingebettet in eine kongruierende Montage aus zeitgenössischen Hetztiraden von Nazigrößen wie Himmler, Goebbels und des Gauleiters des Warthegaus, Teil des besetzten Polens, Greiser. Dazwischen schallen immer wieder Fetzen des Horst-Wessel-Liedes, gerade so wenig, um nicht einstimmen zu lassen.</p>
<p><a style="color:blue;" title="Hörprobe" href="http://www.hoerverlag.de/Literatur/978-3-89940-398-5/" target="_blank">Hörprobe<br />
Thomas Mann: Deutsche Hörer!<br />
BBC-Reden 1941 bis 1945<br />
Format: Original-Ton - Sprecher: Thomas Mann - 1 CD / 53 Min. - 14,95 Euro - Produktion: Bayerischer Rundfunk, British Broadcasting Corporation</a></p>
<p><iframe src="http://www.institut1.de/010353_zanox_ebrosia_gourmetkiste_450_300_institut1.html" style="width:535px;height:350px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.institut1.de/thomas-mann-deutsche-hoerer-bbc-reden-1941-1945/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Ich habe mich nie für groß gehalten - Lesung aus den Tagebüchern von Thomas Mann - ein Hörbuch</title>
		<link>http://www.institut1.de/ich-habe-mich-nie-fuer-gross-gehalten-lesung-aus-den-tagebuechern-von-thomas-mann-ein-hoerbuch/</link>
		<comments>http://www.institut1.de/ich-habe-mich-nie-fuer-gross-gehalten-lesung-aus-den-tagebuechern-von-thomas-mann-ein-hoerbuch/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2009 14:09:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Simon</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.institut1.de/?p=339</guid>
		<description><![CDATA[





Thomas MannIch habe mich nie für groß gehalten


© Der Hörverlag



&#8220;Ich habe mich nie für groß gehalten, aber ich liebe es, mit der Größe zu spielen und mit ihr auf vertraulichem Fuße zu stehen.&#8221; Erst in seiner Vollständigkeit offenbart sich die Ambivalenz des Zitats, aber auch die kritische Distanz des Menschen Thomas Mann zum Künstler Thomas [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table style="float:left; width:238px; margin-right: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 5px; margin-bottom: 10px;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td><img style="border: 3px double #ddd;" title="Thomas Mann - Ich habe mich nie für groß gehalten" src="http://www.institut1.de/wp-content/uploads/225_thomas_mann_tagebuecher.jpg" border="0" alt="Thomas Mann - Ich habe mich nie für groß gehalten" align="left" /></td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; margin-top: 2px; margin-bottom: 1px; font-size:10px;">Thomas Mann<br />Ich habe mich nie für groß gehalten</td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; color: #67808d; font-size:9px;">© Der Hörverlag</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&#8220;Ich habe mich nie für groß gehalten, aber ich liebe es, mit der Größe zu spielen und mit ihr auf vertraulichem Fuße zu stehen.&#8221; Erst in seiner Vollständigkeit offenbart sich die Ambivalenz des Zitats, aber auch die kritische Distanz des Menschen Thomas Mann zum Künstler Thomas Mann. </p>
<p>Das Tagebuch ist der Partner des Einsamen. Und so schrieb er neben all dem, das nach außen gekehrt, an den Leser und Hörer adressiert war, unermüdlich und ausdrücklich abgewendet für sich - also, unbedacht auf Wirkung, keine Vortragsprosa und ohne literarischen Anspruch: &#8220;Daily notes without any literary value&#8221; - nicht vor Ablauf von 20 Jahren nach seinem Tod der Nachwelt auszuliefern.</p>
<p>Thomas Manns Tagebuchüberlieferungen zwischen 1919 und 1955 umfassen zehn Bände mit 4500 Textseiten, sieht man ab von all jenen Aufzeichnungen, die er selbst vernichtet hat.</p>
<p><span id="more-339"></span><strong>Thomas Mann - Die Tagebücher von 1918 bis 1955</strong></p>
<p>Aus diesem riesigen Konvolut galt es, für eine Lesung eine Auswahl zu treffen und einen ordnenden Zusammenhang herzustellen.</p>
<p style="float: left; margin: 5px 10px 5px 0px;"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=instituintern-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3867171785&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Die Aufgabe, diese Textfülle für das Ohr des Hörers zu zähmen, hat Reinhard Baumgart übernommen, ein profunder Thomas-Mann-Kenner. Vor dem politischen Hintergrund dreier Epochen, 1918 - 1921, der Zeit nach dem 1. Weltkrieg im München der niedergeschlagenen Räterepublik, 1933 - 1935, der Zeit der Emigration und des Verlusts des Vaterlandes, und 1953 -1955, der Nachkriegszeit und der Zeit des nahenden Todes, werden Aufzeichnungen aus fünf persönlichkeitsprägenden, ausschließlich privaten Lebensbereichen vorgestellt. </p>
<p>Anders als das literarische Werk bringen uns die Tagebuchaufzeichnugen  den Menschen Thomas Mann nahe, der, wie er augenzwinkernd bekennt, &#8220;seinen Mann stehen&#8221; musste.</p>
<p>Herausgefiltert hat Reinhard Baumgart jenseits von literarischen und politischen Positionen charakteristische Bereiche, die sich folgendermaßen überschreiben lassen:</p>
<div style="margin-left:0px;">
<ul style="padding-left: 0px; font-size: 13px; line-height: 18px; list-style-type: square; margin: 0px 0px 0px 0px;">
<li style="line-height: 18px;">Allein: Der Mensch Thomas Mann als einsame, grüblerische Existenz, seine Gefühle, die ganze Skala von Wehmut, Rührung, Ergriffenheit angesichts der Veränderungen in seinem Leben. Seine Hemmungen und Widerstände im Privaten, im Freien, im Umgang mit seinem Körper - ausgedrückt in der verwunderten Feststellung, der Kulturmensch erlebe bereits das Natürliche als Wollust. Seine Eitelkeiten und Empfindlichkeiten, seine Qual und fehlende Souveränität bei kleinsten Kalamitäten. Schließlich das Aufatmen und die Belebung durch die Erkenntnis, aus dem beengenden Deutschen befreit und im weltoffenen Euopäischen eingebunden zu sein.</li>
<li style="line-height: 18px;">In Gesellschaft und auf Reisen: Der erhebende Umgang mit den Großen, mit dem Luxus, dem Ruhm und der Ehre, und die kleinen Demütigungen, die er, der Sprachgewaltige und Weitgereiste, erfuhr, wenn er Ignoranz, fremder Sprache und Kultur ausgesetzt war.</li>
<li style="line-height: 18px;">Familienszenen: Teil seines Lebens, zu dem er nach eigenen Aussagen nicht geboren war, dem er sich in seiner Unbeholfenheit, so gut er konnte, aber stellte. Obwohl Vater von sechs Kindern gesteht er seine Vorlieben für seine Lieblinge ein: Elisabeth, die ja eigentlich sein fünftes Kind war, nennt er gar &#8220;sein eigentlich erstes&#8221;, er spricht von der Berechtigung eines Vaters, in seinen Sohn verliebt zu sein - gemeint ist Klaus - und er setzt seinem Enkel Frido, dem Sohn Michaels, in dem engelsgleichen Nepomuk, &#8220;Echo&#8221;, in <em>Doktor Faustus</em> ein Denkmal.</li>
<li style="line-height: 18px;">Jünglinge: Der Blick hinüber ins eigene Geschlecht, ein Motiv, zu dem er sich literarisch und schreibend bekannte, und das sich als eine voyeuristische Glücksspur durch sein intimes Leben zog. Ohne seine Knabenliebe, die gleichwohl immer nur gedacht und aus der Ferne Platz in seinem Herzen hatte, wären Werke wie <em>Tod in Venedig</em> und <em>Tonio Kröger</em> nicht denkbar.</li>
<li style="line-height: 18px;">Hunde: Das Nachspiel um die Tiere, die als stumme, oder besser: anderssprachige, Gesprächspartner, anmutig oder mitleiderregend, aus seinem Leben nicht wegzudenken waren, die ihn noch in der Zeit seines Abschieds von der Welt beschäftigten. Verewigt hat er diese Liebe in<em> Herr und Hund</em>.</li>
</ul>
</div>
<p>Die Stimmen der drei Vorleser Reinhard Baumgart, Vicco von Bülow und Peter Wapnewski stehen, obwohl altersmäßig etwa gleichgestimmt, für die jeweiligen ausgewählten Lebensepochen, während sich die thematischen Unterteilungen mit jedem Abschnitt von Neuem chronologisch aufbauen. Das klingt kompliziert, ist aber letztlich ein geniales Verfahren, um dem Zuhörer den wandelunterworfenen Einblick in die Themen zu gewähren. </p>
<p><a style="color:blue;" title="Hörprobe" href="http://www.hoerverlag.de/Biografie/978-3-86717-178-6/" target="_blank">Hörprobe<br />
Thomas Mann: &#8220;Ich habe mich nie für groß gehalten …&#8221;<br />
Die Tagebücher von 1918 bis 1955<br />
Format: Gekürzte Lesung - Sprecher: Reinhard Baumgart, Vicco von Bülow, Prof. Dr. Peter Wapnewski - 2 CDs / 105 Min. - 19,95 Euro - Produktion: Der Hörverlag</a></p>
<p><iframe src="http://www.institut1.de/010353_zanox_ebrosia_gourmetkiste_450_300_institut1.html" style="width:535px;height:350px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.institut1.de/ich-habe-mich-nie-fuer-gross-gehalten-lesung-aus-den-tagebuechern-von-thomas-mann-ein-hoerbuch/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Thomas Mann liest aus seinen Romanen</title>
		<link>http://www.institut1.de/thomas-mann-liest-aus-seinen-romanen/</link>
		<comments>http://www.institut1.de/thomas-mann-liest-aus-seinen-romanen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 06:03:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Simon</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.institut1.de/?p=318</guid>
		<description><![CDATA[





Thomas MannJoseph und seine Brüder


© Der Hörverlag



1955 - es muss einer seiner letzten öffentlichen Auftritte gewesen sein: Wir hören die würdevolle Stimme eines greisen Mannes, ein wenig spröde, ein wenig brüchig, ja, bewegt, dabei aber präsent und mit dem Pathos, das uns heutzutage so ungewohnt klingt, uns aber umso mehr zu Herzen geht.
In Lübeck, seiner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table style="float:left; width:238px; margin-right: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 5px; margin-bottom: 10px;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td><img style="border: 3px double #ddd;" title="Thomas Mann - Joseph und seine Brüder" src="http://www.institut1.de/wp-content/uploads/225_thomas_mann_joseph_ua.jpg" border="0" alt="Thomas Mann - Joseph und seine Brüder" align="left" /></td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; margin-top: 2px; margin-bottom: 1px; font-size:10px;">Thomas Mann<br />Joseph und seine Brüder</td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; color: #67808d; font-size:9px;">© Der Hörverlag</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>1955 - es muss einer seiner letzten öffentlichen Auftritte gewesen sein: Wir hören die würdevolle Stimme eines greisen Mannes, ein wenig spröde, ein wenig brüchig, ja, bewegt, dabei aber präsent und mit dem Pathos, das uns heutzutage so ungewohnt klingt, uns aber umso mehr zu Herzen geht.</p>
<p>In Lübeck, seiner Geburtsstadt, liest Thomas Mann ein Kapitel aus den Josephsromanen. Die Tetralogie <em>Joseph und seine Brüder </em>war das Werk, das ihn über den Krieg getragen hat, dessen zutiefst Menschliches ihn faszinierte, als ein Werk fern aller bürgerlichen Inhalte, fern aller gewohnten Modernität hat es ihn 17 Jahre lang - von 1926 bis 1943 - in Anspruch genommen.</p>
<p>Das klingt unglaublich. Aber sein Anspruch an die Formulierungskunst war hoch, wie man seinem Alter Ego Aschenbach, dem alternden Dichter in der Novelle <em>Tod in Venedig</em>, schon entnehmen konnte: Er mochte sich nie mit einem &#8220;fröhlichen Ungefähr&#8221; zufriedengeben, sondern &#8220;brachte seine würdigsten Stunden der Kunst zum Opfer dar&#8221;.</p>
<p><span id="more-318"></span><strong>Thomas Mann - Joseph und seine Brüder und andere Romane</strong></p>
<p>Das Kapitel, &#8220;Das bunte Kleid&#8221;, das er vorträgt, stammt aus dem zweiten Band,  <em>Der junge Joseph</em>. Es geht darum, wie Joseph die Khetonet, das zauberhafte Hochzeitskleid, an sich bringt. Alle bisherige Schicksalhaftigkeit vereinigt sich in diesem Festgewand, das seine Trägerinnen schmückte und verbarg zugleich. Und nun gelingt es Joseph in seinem unwiderstehlichen Charme, es in seine Hände zu spielen und dem berückten, liebesblinden Vater abzuschwatzen. Es schwört ein neues Verhängnis herauf - den offenen Konflikt auf Leben und Tod und ein Leben fern von dem Gelobten Land.</p>
<p style="float: left; margin: 5px 10px 5px 0px;"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=instituintern-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3867173923&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></iframe></p>
<p>Aber das Kapitel, das wir hören, weiß davon noch nichts. Es perlt, sprüht und funkelt wie die Khetonet selbst. Denn der junge Joseph ist nicht nur charmant, hübsch und schön wie seine Mutter, sondern er ist auch eitel, zielstrebig und gewitzt. Und ahnte man nicht, welchen fast tödlichen Dienst ihm der Vater in seiner Nachgiebigkeit und Schwäche erwies, man könnte beseligt lächeln über soviel knabenhaften Liebreiz.</p>
<p>Der zweite Teil der CD besteht überwiegend aus Auszügen aus dem Spätwerk <em>Der Erwählte</em>. Das ist die sagenhafte Geschichte des Papstes Gregor, der, seinerseits aus einer inzestuösen Beziehung hervorgegangen, ausgesetzt und nach einer Kindheit in der Verbannung klösterlicher Abgeschiedenheit einer Wiederholung seiner eigenen Geschichte nach dem klassischen Muster der antiken Ödipus-Sage anheimfällt. Zur Buße vegetiert er 17 Jahre lang als Eremit ausgesetzt und vergessen auf einem unwirtlichen Felseneiland, bis er einer Weissagung folgend befreit wird. Er legt auf dem Weg nach Rom seine groteske igelig-murmeltierhafte Eingeschrumpftheit ab und nimmt eine geradezu übermenschlich erstrahlende Gestalt an, um nun das Papsttum in eine neue Blütezeit zu führen.</p>
<p>Diese Sage ist Stoff vielgestaltiger Literatur. Thomas Mann bezieht sich auf die mittelhochdeutsche Überlieferung von Hartmann von der Aue und überzeichnet die Figur des angeketteten Einsiedlers, der sich von einer Art Erdlymphe ernährt und äußerlich mit dem algenbemoosten Felsen verwachsen scheint, zu einer Groteske. Er hatte das Inzestthema in der Novelle <em>Wälsungenblut</em> bereits einmal literarisch verarbeitet, die Veröffentlichung aus familiären Erwägungen jedoch erst 1921 vollzogen.</p>
<p>In den Tondokumenten liest er die Vorgänge um Gregorius&#8217; zweimalige Rettung, das 9. Kapitel und aus dem 23. und 24. Kapitel. Diese letztgenannten Aufnahmen sind eine Rarität. Sie sind von seiner Tochter Erika mit einem Tonbandgerät aufgezeichnet worden, als der Schriftsteller sein Werk im Familienkreis vorstellte.</p>
<p>Den letzten beiden Auszügen aus dem <em>Zauberberg</em> und <em>Doktor Faustus</em> lässt sich nicht viel Zusammenhängendes entnehmen und zu einem Faden verknüpfen. Es handelt sich leider nur um wenige Minuten.</p>
<p><a style="color:blue;" title="Hörprobe" href="http://www.hoerverlag.de/Literatur/978-3-86717-392-6/" target="_blank">Hörprobe<br />
Thomas Mann: &#8220;Joseph und seine Brüder und andere Romane&#8221;<br />
Format: Original-Ton - Sprecher: Thomas Mann, Krista Posch - 2 CDs / 109 Min. - 19,95 Euro - Produktion: Norddeutscher Rundfunk, Süddeutscher Rundfunk</a></p>
<p><iframe src="http://www.institut1.de/010353_zanox_ebrosia_gourmetkiste_450_300_institut1.html" style="width:535px;height:350px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.institut1.de/thomas-mann-liest-aus-seinen-romanen/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Ruhm von Daniel Kehlmann als Hörbuch</title>
		<link>http://www.institut1.de/ruhm-von-daniel-kehlmann-als-hoerbuch/</link>
		<comments>http://www.institut1.de/ruhm-von-daniel-kehlmann-als-hoerbuch/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 27 Aug 2009 09:59:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Simon</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.institut1.de/?p=296</guid>
		<description><![CDATA[





Daniel Kehlmann - Ruhm


© Deutsche Grammophon Literatur



Nach dem internationalen Erfolg seines Romans &#8220;Die Vermessung der Welt&#8221; hat Daniel Kehlmann mit seinem im Januar dieses Jahres erschienenen neuen Buch &#8220;Ruhm&#8221; für einige Verwirrung gesorgt. Wer gehofft hatte, in ähnlicher Weise wie bei der fiktiven Doppelbiographie Alexander von Humboldts und Carl Friedrich Gauß&#8217; an die Hand genommen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table style="float:left; width:238px; margin-right: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 5px; margin-bottom: 10px;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td><img style="border: 3px double #ddd;" title="Daniel Kehlmann - Ruhm" src="http://www.institut1.de/wp-content/uploads/225_kehlmann_ruhm_cover_hoerbuch.jpg" border="0" alt="Daniel Kehlmann - Ruhm" align="left" /></td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; margin-top: 2px; margin-bottom: 1px; font-size:10px;">Daniel Kehlmann - Ruhm</td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; color: #67808d; font-size:9px;">© Deutsche Grammophon Literatur</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Nach dem internationalen Erfolg seines Romans &#8220;Die Vermessung der Welt&#8221; hat Daniel Kehlmann mit seinem im Januar dieses Jahres erschienenen neuen Buch &#8220;Ruhm&#8221; für einige Verwirrung gesorgt. Wer gehofft hatte, in ähnlicher Weise wie bei der fiktiven Doppelbiographie Alexander von Humboldts und Carl Friedrich Gauß&#8217; an die Hand genommen und geführt zu werden, findet sich nun in einem literarischen Spiegelkabinett wieder.</p>
<p>Die Orientierung in diesem Labyrinth moderner Poetik - immerhin ist Kehlmann Universitätsdozent für dieses Fach - wird auf vielfältige, nämlich doppelbödige Weise erschwert. Das Werk, ein Roman in neun Geschichten, ist eine Aneinanderreihung von Episoden, die an amerikanische Short Stories erinnern. Es geht um Reise, Entfernung, Veränderung. </p>
<p>Zunächst scheinen die Geschichten in keinem Zusammenhang zueinander zu stehen, bis man auf Querverbindungen aufmerksam wird. Die Personen tauchen unversehens in anderen Bezügen wieder auf, die Identitäten verschieben sich, Alltägliches wandelt sich zum Absurden, Überschaubares zum Vielschichtigen, Prominenz stürzt in die Bedeutungslosigkeit, der Aufsteiger ist schon zur Stelle.</p>
<p><span id="more-296"></span><strong>Daniel Kehlmann - Ruhm - Hörbuch</strong></p>
<p>Diese Fiktionen werden durch die moderne Kommunikationstechnik erzeugt, eine Scheinexistenz im Internet, der Gegensatz zwischen der unüberbrückbaren Ferne der Person und ihrer scheinbar zum Greifen nahen Stimme. So entstehen Verschränkungen und unvorhergesehene Bezüge. Eine weitere Ebene wird durch den Autor selbst eingezogen: Er ist der Schöpfer einer Schriftstellerfigur, die ihrerseits gleichzeitig das Handeln weiterer fiktiver Figuren bestimmt. </p>
<p style="float: left; margin: 5px 10px 5px 0px;"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=instituintern-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3829122594&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Dabei verschmelzen die Grenzen von Fiktion und Realität. Sie fließen einerseits ins Unwirkliche, wie die Geschichte der todkranken Sterbetouristin, die den Autor ihrer Existenz um einen anderen Ausgang anfleht. Andererseits geraten sie ins Beängstigende, wie das Schicksal der Krimiautorin, die in Vertretung eines anderen in einer fatalen Verkettung fehlerhafter Umstände in der zentralasiatischen Steppe verlorengeht.</p>
<p>Bestimmte Motive tauchen immer wieder auf. Zunächst prägt sich der Name Miguel Auristos Blancos ein,  Erfolgsautor von Lebensbewältigungsliteratur, eine Gestalt, die in einer der Geschichten selbst als Akteur, ausgerechnet die Einzelheiten seines Freitods erwägend, auftritt. Daneben gibt es die literarischen Bindeglieder, wiederkehrende zeitgemäße Objekte, Internet und Mobiltelefon, die die sich überschneidenden Handlungen ermöglichen, formelhaft starre Sätze wie &#8220;&#8230; machte den Mund auf und wieder zu&#8221; und klischeelastige Figuren - dicke oder unattraktive Frauen, nervös und unsouverän, immer bei Hitze mit Strickjacke und anderen eigentümlichen Details ihrer Erscheinung. Daneben dünne Männer mit fettsträhnigen, schütteren Haaren, Hornbrille und rotem Käppi, dazu mit öligen Floskeln. Die anderen Personen, die die Hauptakteure umgeben, bleiben merkwürdig blass.</p>
<p>Schließlich noch eine Anmerkung zum Titel &#8220;Ruhm&#8221;. Man fragt sich immer wieder, wie wohl dieser Titel als Klammer die Geschichten zusammenhalten mag. Kehlmann selbst nennt den Titel Ironie. Er ist vielleicht zu verstehen als ironischer Hinweis auf die Hinfälligkeit des Ruhms. Denn es geht um Figuren, die einesteils Ruhm erlangt haben, der ihnen jedoch in der Unvorhersehbarkeit der Umstände wieder abhanden kommt, um anderen zuzufließen. </p>
<p>Die Vertonung als Hörbuch erleichtert es, das Buch zu Ende zu bringen, was beim Lesen vielleicht fragwürdiger ist. Zu sehr ändern sich Stil und Sujet der einzelnen Episoden. Man muss sich immer wieder auf ein komplett neues Umfeld einstellen und trotz der gelegentlich legeren Sprache aufs Genaueste aufpassen. Ulrich Matthes und Nina Hoss lesen die einzelnen Episoden im Wechsel, das sorgt für Belebung. Der Anteil, der von Ulrich Matthes zu Gehör gebracht wird, ist deutlich größer. Während Nina Hoss im Lesen sehr zurückgenommen bleibt, hat sich Matthes dem persönlichen Stil der Rede der Figuren interpretierend angenähert. Das wirkt auf mich bisweilen distanzlos und hörspielhaft.</p>
<p>Liebhaber von Kriminalromanen werden mit dieser Art von verzwickter Romancollage mehr anfangen können. Ich gehöre zu denen, die sich eher an Sprache in ihrer feinen Differenzierung ergötzen als am Erforschen der Verbindungslinien ineinander verwobener Handlungen.</p>
<p><a style="color:blue;" title="Informationen zum Hörbuch" href="http://www.dg-literatur.de/katalog/detail/product/157400/" target="_blank">Informationen zum Hörbuch<br />
Daniel Kehlmann: &#8220;Ruhm&#8221;<br />
Format: ungekürzte Lesung - Sprecher: Ulrich Matthes und Nina Hoss - 4 CDs - 25,99 Euro - Produktion: Deutsche Grammophon Literatur</a></p>
<p><iframe src="http://www.institut1.de/010353_zanox_ebrosia_gourmetkiste_450_300_institut1.html" style="width:535px;height:350px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.institut1.de/ruhm-von-daniel-kehlmann-als-hoerbuch/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Thomas Mann: Der Tod in Venedig - ein Hörspiel</title>
		<link>http://www.institut1.de/thomas-mann-der-tod-in-venedig-ein-hoerspiel/</link>
		<comments>http://www.institut1.de/thomas-mann-der-tod-in-venedig-ein-hoerspiel/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 12 Aug 2009 10:26:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Simon</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.institut1.de/?p=279</guid>
		<description><![CDATA[





Thomas Mann - Der Tod in Venedig


© Der Hörverlag



Es ist Reiselust, die den Dichter treibt. Es wird eine Reise in die Untiefen seiner verborgenen Sehnsüchte, denen er allen Selbstschutz opfert - eine Reise ohne Wiederkehr.
Gustav Aschenbach ist schon zu Lebzeiten zu Ruhm und Ansehen gekommen - dank seiner Disziplin und Leidenschaft für sein Tun. Ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table style="float:left; width:238px; margin-right: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 5px; margin-bottom: 10px;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td><img style="border: 3px double #ddd;" title="Thomas Mann - Der Tod in Venedig" src="http://www.institut1.de/wp-content/uploads/225_thomas_mann_tod_in_venedig.jpg" border="0" alt="Thomas Mann - Der Tod in Venedig" align="left" /></td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; margin-top: 2px; margin-bottom: 1px; font-size:10px;">Thomas Mann - Der Tod in Venedig</td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; color: #67808d; font-size:9px;">© Der Hörverlag</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Es ist Reiselust, die den Dichter treibt. Es wird eine Reise in die Untiefen seiner verborgenen Sehnsüchte, denen er allen Selbstschutz opfert - eine Reise ohne Wiederkehr.</p>
<p>Gustav Aschenbach ist schon zu Lebzeiten zu Ruhm und Ansehen gekommen - dank seiner Disziplin und Leidenschaft für sein Tun. Ein verliehener Adelstitel gibt ihm Glanz. Materiell gesegnet lebt er im feinen München.</p>
<p>Ein ungewöhnlich schwüler Maientag lässt ihn den Entschluss fassen, die Stadt zu verlassen und die adriatische Küste aufzusuchen. In Triest schifft er sich ein nach Venedig und erblickt die magische Silhouette der venezianischen Paläste aus der achtunggebietenden Perspektive der Seefahrer. Ein elegantes Bäderhotel am Lido mit internationalem Publikum wird sein standesgemäßes Domizil, wo ein adeliger, makellos schöner Knabe seine Aufmerksamkeit fesselt.</p>
<p><span id="more-279"></span>Ihn zu beobachten, ihm zu begegnen nimmt ihn zunehmend in Anspruch. Registrierte er zunächst seine Gebanntheit mit dem distanzierten Blick des Künstlers, so ergibt er sich der Neigung, um sich einer unwiderstehlichen Passion auszuliefern, die ihn sich selbst verlieren lässt. Blindlings verfallen, blind gegenüber unübersehbaren Zeichen, die das Aufflackern der Cholera in der Langunenstadt ankündigen, ereilt ihn unversehens der Tod. Ein unrühmlicher Abgang vor einer morbiden, gespenstisch entvölkerten Kulisse. </p>
<p style="float: left; margin: 5px 10px 5px 0px;"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=instituintern-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3867172609&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Wie Tonio Kröger ist Gustav Aschenbach erfolgreicher Schriftsteller in München. Wie er tritt er eine Reise an. Den einen führt die Reise in den frühherbstlichen, zunehmend klaren Norden, den anderen in den frühsommerlichen, zunehmend brütenden Süden.</p>
<p>Beide Figuren werden mit verdrängten und vergessenen Schwächen ihrer Vergangenheit konfrontiert. Während der junge Dichter Tonio Kröger daraus Schlüsse zieht, die seinen Werdegang zwar mit Wehmut, aber auch mit Selbsterkenntnis begleiten werden, gibt sich der alternde Dichter Gustav Aschenbach dem Sog seiner ungelebten Neigung hin. Er verpasst die Umkehr.</p>
<p>Schicht um Schicht opfert er mit Todesverachtung seine geordnete Gestalt einer unabwendbaren Selbstaufgabe. Todesboten, die seinen Weg kreuzen, lassen ihn kaum zusammenfahren, Spiegelungen seines Niedergangs lassen ihn nicht zurückzucken. Er verrät Manieren, Geschmack und Haltung und lässt sich auf jede Posse ein, die eine Fortdauer seiner heimlichen Leidenschaft verspricht. Jeder Schritt ist Sterben, das Ende ist der Tod.</p>
<p>Der Tod in Venedig ist eine Montage. Es ist ein Wechselspiel von Stimmen, deren eine die Stimme des Erzählers ist, die andere, ältere, als die Reflexion des Dichters figuriert. Im Hintergrund hört man bisweilen flüsternde, raunende, murmelnde und grelle Stimmen - flüchtig eingeblendete einschmeichelnde oder abstoßende Bilder. Dazu sparsame Klänge von Cello und Banjo. Hin und wieder ertönt vulgär-schriller Gesang. Das Klingen der Münzen signalisiert Zahlen, Einstreichen, Anbiedern und Loswerden. Glocken signalisieren Aufbruch und Wende. Ganz entgegengesetzt dazu und verfremdend knistern unverhohlen umgewendete Manuskriptseiten. Die Realität der Lesung bleibt erhalten. Der Hörer wird daran gehindert, sich im venezianischen Sumpf zu verlieren.</p>
<p>Schon aus der Hörspielproduktion &#8220;Doktor Faustus&#8221; ist das sprecherische Zusammenspiel von Ulrich Noethen und Rüdiger Vogeler bekannt. Ihre zurückgenommenen, unpathetischen, aber umso professionelleren Stimmen geben dem Text Thomas Manns eine sehr angenehme Kontur.</p>
<p><a style="color:blue;" title="Hörprobe" href="http://www.hoerverlag.de/Literatur/978-3-86717-260-8/" target="_blank">Hörprobe<br />
Thomas Mann: &#8220;Der Tod in Venedig&#8221;<br />
Format: Hörspiel - Sprecher: Ulrich Noethen, Rüdiger Vogler, Felix von Manteuffel, Sylvester Groth, Heinrich Giskes - 2 CDs / 153 Min. - 19,95 Euro - Produktion: Der Hörverlag</a></p>
<p><iframe src="http://www.institut1.de/010353_zanox_ebrosia_gourmetkiste_450_300_institut1.html" style="width:535px;height:350px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.institut1.de/thomas-mann-der-tod-in-venedig-ein-hoerspiel/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Thomas Mann liest Tonio Kröger</title>
		<link>http://www.institut1.de/thomas-mann-liest-tonio-kroeger/</link>
		<comments>http://www.institut1.de/thomas-mann-liest-tonio-kroeger/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 23:13:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Simon</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.institut1.de/?p=260</guid>
		<description><![CDATA[





Thomas Mann - Tonio Kröger


© Der Hörverlag



Tonio Kröger, dieser Name, eine Kreuzung aus norddeutscher Bodenständigkeit und südländischer Exotik, spiegelt den Konflikt eines Menschen,  der zwischen zwei Welten und ihren Wertvorstellungen schwankt, nirgends fest verwurzelt ist.
Tonio Kröger ist der Sohn eines Lübecker Kaufmanns, des einflussreichen Konsuls Kröger, und seiner schönen, aus einer fernen Welt gefreiten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table style="float:left; width:238px; margin-right: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 5px; margin-bottom: 10px;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td><img style="border: 3px double #ddd;" title="Thomas Mann - Tonio Kröger" src="http://www.institut1.de/wp-content/uploads/225_thomas_mann_tonio_kroeger.jpg" border="0" alt="Thomas Mann - Tonio Kröger" align="left" /></td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; margin-top: 2px; margin-bottom: 1px; font-size:10px;">Thomas Mann - Tonio Kröger</td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; color: #67808d; font-size:9px;">© Der Hörverlag</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Tonio Kröger, dieser Name, eine Kreuzung aus norddeutscher Bodenständigkeit und südländischer Exotik, spiegelt den Konflikt eines Menschen,  der zwischen zwei Welten und ihren Wertvorstellungen schwankt, nirgends fest verwurzelt ist.</p>
<p>Tonio Kröger ist der Sohn eines Lübecker Kaufmanns, des einflussreichen Konsuls Kröger, und seiner schönen, aus einer fernen Welt gefreiten Frau. Tonios fremdartige Physiognomie, sein Charakter, seine Denkungsart, heben sich von allem ab, was seine Umgebung von einem jungen aufstrebenden Kaufmannssohn erwartet.</p>
<p>Schon als 14jähriger Schüler schreibt er Verse und liest Schiller, während die Altersgenossen sich jungenhaft-sportlich  beschäftigen. Das Ideal des weltzugewandten, mit sich und den anderen im Reinen lebenden jungen Menschen verkörpert Hans Hansen,  anziehendes Idol und der heimlicher Geliebte seiner frühen Jahre, Kaufmannssohn wie er und der Liebling der Gesellschaft. So sein wie er und so bleiben wie er selbst - beides ist unversöhnlich. Auch seine erste Mädchenliebe, die blonde, unkomplizierte Inge Holm, verkörpert symbolhaft die Sehnsucht nach ungetrübter Selbstgewissheit.</p>
<p><span id="more-260"></span>Nach dem frühen Tod des Vaters, der Liquidierung der Firma und der Neuvermählung der Mutter verlässt Tonio Kröger kaum erwachsen seine Vaterstadt. Im fernen München  findet er  Erfüllung als Künstler, als Literat.</p>
<p style="float: left; margin: 5px 10px 5px 0px;"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=instituintern-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3867173931&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Zu Ansehen und Ehren gekommen kehrt er zurück an die Stätten der Vergangenheit. Unerkannt wandelt er auf den Pfaden seiner Jugend - ein Wiedererstehen und ein Abschied. Die Reise führt ihn schließlich nach Dänemark, dem nachbarlichen Land, dem er sich innerlich verbunden fühlte, ohne es zu kennen.</p>
<p>Dort begegnet er seinen Jugendidolen wieder - Hans und Inge - sie sind ein Paar. Jedoch ist dies nur die Phantasie Tonios, die ihn bei der Betrachtung zweier ebenso bewundernswert vollkommener Menschen überkommt. Die Reise nach Norden gerät zu einer neuerlichen Konfrontation mit seiner seit Jugendtagen nicht integrierbaren Andersartigkeit.</p>
<p>Thomas Mann schrieb die Erzählung &#8220;Tonio Kröger&#8221; im Jahre 1903. Er war erst 28 Jahre alt.</p>
<p>Die Erzählung trägt unverkennbar autobiographische Züge. Wiederum verarbeitet Thomas Mann seine Kindheits- und Jugenderfahrungen in Lübeck. In Tonio Kröger lebt, wie auch in Hanno Buddenbrook, dem musischen, unverstandenen Versager, der Konflikt auf, dem Thomas Mann zeitlebens sich ausgeliefert sah. Es ist der Widerspruch zwischen Kunst und Leben. Zugleich ist es ein Bekenntnis zu seinem Künstlertum und seiner Sehnsucht nach bürgerlicher Gewöhnlichkeit, die ohne einander nicht sein können.</p>
<p>Das Hörbuch Tonio Kröger ist ein einzigartiges Dokument. Aufgenommen wurde es 1955, einige Monate vor Thomas Manns Tod. Thomas Mann liest in der Manier des Grand Seigneurs, sehr ruhig und gemessen, sehr prononciert und bewegt zugleich. Man erlauscht in jedem Satz, wie ihm das Schicksal Tonios zu Herzen geht.</p>
<p><a style="color:blue;" title="Hörprobe" href="http://www.hoerverlag.de/Literatur/978-3-86717-393-3/" target="_blank">Hörprobe<br />
Thomas Mann: &#8220;Tonio Kröger&#8221;<br />
Format: Vollständige Lesung, Original-Ton - Sprecher: Thomas Mann - 3 CDs / 209 Min. - 24,95 Euro - Produktion: Norddeutscher Rundfunk</a></p>
<p><iframe src="http://www.institut1.de/010353_zanox_ebrosia_gourmetkiste_450_300_institut1.html" style="width:535px;height:350px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.institut1.de/thomas-mann-liest-tonio-kroeger/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Das Hörbuch Apostoloff - Sibylle Lewitscharoff</title>
		<link>http://www.institut1.de/das-horbuch-apostoloff-sibylle-lewitscharoff/</link>
		<comments>http://www.institut1.de/das-horbuch-apostoloff-sibylle-lewitscharoff/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 14 Jul 2009 20:13:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Simon</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.institut1.de/?p=246</guid>
		<description><![CDATA[





Sibylle Lewitscharoff - Apostoloff


© Der Hörverlag



Zwei Seelen wohnen in ihrer Brust. Aber nein, sie wohnen nicht ach in ihr. Denn Larmoyanz ist nicht ihr Geschäft. Aber die Ambivalenz, die ist in jeder ihrer Zeilen zu spüren. Ambivalenz? Wieder knapp daneben! Denn Entschiedenheit ist das andere Merkmal. Eine Entschiedenheit für klare Worte.
Klare Worte verschleiern nicht, beschönigen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table style="float:left; width:238px; margin-right: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 5px; margin-bottom: 10px;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td><img style="border: 3px double #ddd;" title="Sibylle Lewitscharoff - Apostoloff" src="http://www.institut1.de/wp-content/uploads/225_lewitscharoff_apostoloff.jpg" border="0" alt="Sibylle Lewitscharoff - Apostoloff" align="left" /></td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; margin-top: 2px; margin-bottom: 1px; font-size:10px;">Sibylle Lewitscharoff - Apostoloff</td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; color: #67808d; font-size:9px;">© Der Hörverlag</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Zwei Seelen wohnen in ihrer Brust. Aber nein, sie wohnen nicht <em>ach</em> in ihr. Denn Larmoyanz ist nicht ihr Geschäft. Aber die Ambivalenz, die ist in jeder ihrer Zeilen zu spüren. Ambivalenz? Wieder knapp daneben! Denn Entschiedenheit ist das andere Merkmal. Eine Entschiedenheit für klare Worte.</p>
<p>Klare Worte verschleiern nicht, beschönigen nicht, sie treffen wohl ins Schwarze. Wortklarheit und Gedankenschärfe - davor hat die Autorin keine Scheu. Auch nicht als Vorleserin. Sie ist zugleich die schwarzäugig-finster dreinblickende, Resolutheit verströmende Thrakerin mit dichtem schwarzgebliebenem bulgarischen Haarschopf und die distanziert-pietistische schwäbische Protestantin, deren “e” immer zu einem breiten “ä” gezogen wird.</p>
<p>Aber noch einmal zurück zum Ausgangspunkt: Sibylle Lewitscharoff ist die jüngere von zwei Töchtern einer deutschen Mutter und eines bulgarischen Vaters. Dieser war nach Kriegsende in das ehedem verbündete Deutschland emigriert und hatte sich eine erfolgreiche Existenz als Arzt aufgebaut.</p>
<p><span id="more-246"></span><strong>Sibylle Lewitscharoff - Apostoloff - Hörbuch</strong></p>
<p>Geboren und aufgewachsen ist die Autorin im nachkriegsdeutschen Stuttgart im Schoße einer weitläufigen exilbulgarischen “Sippschaft” väterlicher Schicksalsgenossen, die sich, mit deutschen Blondinen verehelicht, neue Lebensräume erschlossen. Der Vater, scheinbar robust, aber schwermütig und suizidentschlossen, holte den entronnenen bulgarischen Tod nach, noch ehe seine Töchter die Schwelle der Pubertät überschritten hatten.</p>
<p style="float: left; margin: 5px 10px 5px 0px;"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=instituintern-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3867175020&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Diese Biographie teilt sie mit der Protagonistin, die als namenlose Ich-Erzählerin vom Rücksitz eines Wagens aus, roadmoviehaft, die groteske Reise zweier Schwestern durch Bulgarien kommentiert. Schon aus dieser ersten Ansicht kann man diesem Roman autobiographische Züge nicht absprechen.</p>
<p>Grotesk ist die Reise, weil es einen neureichen, sentimentalen Protzen, Tabakoff, aus der exilbulgarischen väterlichen Kumpanei drängte, seinen existentiellen Auftrag zu vollziehen. Lebenswerk und Geschäftsidee wollen sich glückhaft verbinden. Kyrotechnik ist das von ihm finanzierte neuentwickelte Verfahren, auf Kästchengröße reduzierte sterbliche Überreste geruchsfrei transportabel zu machen. Die in fremder Erde bestatteten Exilbulgaren sollen zu ewiger Ruhe in heimatlicher Scholle gebettet werden. Die Leichen sind Versuchs- und Werbeobjekte in einem. Ein Ansinnen, das sich Tabakoff zugunsten der Angehörigen etwas kosten ließ. Zu diesem Zweck wurde eine feierlich verhängte Flotte von Stretchlimousinen mit den Angehörigen der längst Verstorbenen in Marsch gesetzt, an Bord auch die exhumierten und reduzierten Überreste der unbewältigten Vaterfigur mit dem schwerlastigen Vornamen Christo. Über die Schweiz und Italien, eingeschifft nach Griechenland, erreichte der Convoi schließlich sein Ziel, Sofia, Bulgarien.</p>
<p style="float: left; margin: 5px 10px 5px 0px;"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=instituintern-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3518420615&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Dies ist die erste Hälfte des Plots, erzählt im Rückblick. Die zweite ist ein touristischer Trip durch Bulgarien an Bord eines weitaus bescheideneren Gefährts unter der Führer- und Fahrerschaft des bulgarischen, aber deutschsprachigen Chauffeurs Apostoloff. Die Fahrt der ungleichen Schwestern - die eine sanft und gleichmütig, die andere, unsere Leitfigur, giftig, boshaft, ungeduldig, misantropisch und intolerant - geht von Sofia zur Schwarzmeerküste, und es gibt unterwegs rein gar nichts, was Gnade fände vor den kritischen Sinnesorganen der nicht eingeborenen, nicht gebürtigen, aber hälftigen Landestochter. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund. Es überkommt einen Graus, Ekel und Abscheu. In Hitze, Regen, Staub, Gestank und Dreck, trotz vor sich hin bröckelnder Fassaden, Schutt- und Schrottruinen kommunistischer Bausünden, setzt man sich unter den unzarten Fittichen der unsentimentalen Erzählerin den Unbilden der Gegenwart des jungen EU-Mitglieds Bulgarien aus.</p>
<p>Die Reisen sind der Rahmen. Darunter und darinnen rumort die Vergangenheit. Das ist die schwäbische Streb- und Betriebsamkeit. Da hatten Kinder nichts zu lachen. Und die Erwachsenen spielten perfekt ihre Rollen hinter dauergewellten und nagelgelackten Fassaden. Auf diesen kunstvoll aber kurzweilig übereinander geschichteten Ebenen erstehen die Erinnerungen an Kindheit und Jugend. Aber da ist keine Kindheitsseligkeit, keine Jugendromantik. Alles ist spitz und scharf, klamm und beklemmend.</p>
<p>Man darf in das verhalten-grimmige Lachen einstimmen angesichts der Rückblicke in die bundesrepublikanische Wirtschaftswunderherrlichkeit und lächeln, wenn unversehens Engel vorüberwehen.</p>
<p>Die von der Autorin sehr dezidiert gesprochene, sehr authentisch erfahrbare Lesung ist eine gekürzte Hörfassung. Diese Kürzung ist jedoch mit so großem Geschick vorgenommen, dass der Hörer, der vielleicht bereits ein Leser war, sich nicht betrogen fühlt.</p>
<p>Ich persönlich hatte immer dabei die leibhaftige Sibylle Lewitscharoff vor Augen, wie sie auf dem winzigen Podium im vollbesetzten Saal des Hamburger Literaturhauses, gleichsam im Stakkato eines gespitzten Bleistifts untermischt mit dem lasziven Laut der sich sichtbar Zurücklehnenden, ihre scheinbar harmlos-schwäbischen Tiraden sprach.</p>
<p><a style="color:blue;" href="http://www.hoerverlag.de/Literatur/978-3-86717-502-9/" title="Hörprobe" target="_blank">Hörprobe<br />Sibylle Lewitscharoff: &#8220;Apostoloff&#8221;<br />Format: Gekürzte Lesung - Sprecher: Sibylle Lewitscharoff - 4 CDs / 331 Min. - 21,95 Euro - Produktion: Der Hörverlag</a></p>
<p><iframe src="http://www.institut1.de/010353_zanox_ebrosia_gourmetkiste_450_300_institut1.html" style="width:535px;height:350px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.institut1.de/das-horbuch-apostoloff-sibylle-lewitscharoff/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
	</channel>
</rss>
