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	<description>Sprache und Rhetorik</description>
	<pubDate>Mon, 15 Aug 2011 18:30:40 +0000</pubDate>
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		<title>Audiofassung der Rezension von Gunhild Simon: Pascal Mercier - Nachtzug nach Lissabon</title>
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		<pubDate>Tue, 24 May 2011 08:35:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hartmut Dresia</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<title>Pascal Mercier: Nachtzug nach Lissabon</title>
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		<pubDate>Fri, 20 May 2011 11:17:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Simon</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[,]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Finistère ist ein unwirtlicher Ort. Schroff und steil ragt er in den brausenden Atlantik - in der Bretagne, in Cornwall, Galizien oder in Portugal. Finisterre, Finis terrae,  Ende der Welt - Rand der Alten Welt.</strong></p>
<p>Dahinter begann das Schattenreich der griechischen Mythologie, das Odysseus auf seinen Irrfahrten berührte. Weit dahinter kommt nach langer Schiffspassage Amerika.</p>
<p>Lissabon liegt an dieser äußersten Atlantikküste. Der Sage nach ist Odysseus der Gündungsvater. Auch den seefahrenden Phöniziern und Karthagern  mochten die Hügel an der Mündung des Tejo als Stützpunkt gedient haben. Die archäologischen Spuren aus diesen Epochen der Antike sind vergangen. Geblieben sind die Spuren der Römer, die hier durch ihre Veteranen die Provinz Lusitania unterhielten. Lissabon nannten sie Felicitas Iulia. Die portugiesische Sprache ist von ihnen geprägt.</p>
<p><span id="more-492"></span>Lissabon. Stadt mit bewegter Vergangenheit. Zeugnis vom Glanz einer Weltmacht und vom Elend verheerender Geißeln der Zivilisation. Schließlich Stadt der Hoffnung für die, deren rettendes Ufer die Neue Welt war. [1]</p>
<p>Lissabon mit steil ansteigenden Treppen und Gassen - dazwischen platanenbestandene Plätze. Fayencefassaden in Blautönen. Rasselnde Straßenbahnen, pittoresk-schäbige Altstadtschönheit. Mediterranes Leben in den Straßencafés und -restaurants. Fado und Fisch, Vinho verde und Galao.</p>
<p>Die portugiesische Sprache, in Europa fern und fremd, dennoch, anders als das beengte Deutsch, die Sprache von Welteroberoberern. In unseren Ohren klingt sie, anders als das prononcierte Spanisch verwaschen und unscharf mit seinen weichen und summenden Lauten.</p>
<p>Lissabon, das war auch das Zentrum eines finsteren Regimes, geächtet bis zu den siebziger Jahren, als die Nelkenrevolution das vergessene Land wieder zum Erblühen brachte.</p>
<p>Von hier brachen Entdecker und Eroberer zu entlegenen Zielen auf. Hier wurden unter der faschistischen Herrschaft Menschen eingekerkert und gefoltert. Von hier versuchten sie zu entkommen. Nun wird Lissabon Ziel eines Suchenden, des Schweizers Gregorius.</p>
<p>Ein Suchender wurde Gregorius über Nacht. Die Begegnung mit einer Portugiesin brachte seine zeitlebens festgefügte Ordnung aus dem Takt. Er, der verlässlich im Klassenzimmer eines Berner altsprachlichen Gymnasiums hockend Schülergenerationen vorüberziehen sah, wird erfasst vom Klang eines portugiesischen Satzes. In einem Buchladen stößt er auf das Buch eines Portugiesen, altersmürbe und verblichen. Es berührt seine Seele. Dem Leben des Autors auf die Spur zu kommen wird plötzlich lebensbestimmend. Er entsagt allem Vertrauten, allem, was ihm bis dahin etwas bedeutete. Ohne Abschied verschließt er seine Tür und macht sich auf die Reise. Der Nachtzug nach Lissabon soll ihn an sein vages Ziel bringen.</p>
<p>Nachtzug ist eine Metapher für das Leben. Jedem Individuum ist eine eigene innere Welt mitgegeben. Nennen wir sie Seele, Bewusstsein oder Wahrnehmung! Diese innere Welt ist unser untrennbarer Begleiter auf der Lebensreise. Wir haben sie nicht erwählt, sondern sie ist uns zuteil geworden. [2]</p>
<p>Die Gedanken des unbekannten Autors Prado, eines genialen portugiesischen Arztes, bringen ihn auf die Spur zu sich selbst. Umgetrieben von der Frage nach dem eigenen ungelebten Leben, der Frage, welcher der vielen Möglichkeiten, die in einem schlummern, man folgt, sodass eine einzige - soll man sie beliebig nennen? - quasi schicksalhaft lebensbestimmend wird.</p>
<p>In der Seele des jungen Gregorius hatte alles nach Verwirklichung gestrebt. Doch der Aufbruch zum Sehnsuchtsort seiner Jugend Isfahan an die Stätten der Bildung, war ihm verwehrt. Stattdessen verwuchs er mit dem behäbigen Bern, zog sich als Gymnasiallehrer ganz in sein Fach der alten Sprachen zurück. Er wurde zu einem Teil des Gymnasiums, das er selbst schon besucht hatte. Zurückgezogen in seine Welt hatte er sich ganz zu einem verstaubten, weltabgewandten Unikum entwickelt.</p>
<p>Er, Inbild der Schwerblütigkeit in Sprache und Habitus, gerät in eine Metamorphose, die sich im vorfrühlingshaften Licht Lissabons in der Veränderung seiner äußeren Erscheinung vollzieht. Sein Lebensgefühl verändert sich, während sich selbst seine Gestalt der südländischen Leichtigkeit angleicht. Seine Kurzsichtigkeit, so unzeitgemäß konserviert, macht in Lissabon einer neuen Klarsichtigkeit Platz. Sein schulmeisterliches Habit weicht modischer, leichter Kleidung. Die ersten Schritte, alte Hüllen abzuwerfen, sich zu häuten.</p>
<p>Die  beiden Leben - hier das des perfektionistischen Altphilologen, da das des kompromisslosen, grandiosen Arztes - werden ineinander verwoben, indem Gregorius leidenschaftlich ergriffen dem Leben Prados nachspürt, um die Welt aus der Perspektive des anderen zu betrachten. Er durchstreift Lissabon auf der Suche nach den Lebensspuren, die den anderen ausmachten.</p>
<p>Prado war ein mit höchsten intellektuellen, gesellschaftlichen und materiellen Vorzügen ausgestatteter Mensch. Als Arzt glüht er für seinen Beruf - professionell, sicher, selbstlos und heilbringend. Doch eine Entscheidung, die allein seinem Berufsethos folgte, wird ihm zum Verhängnis. Seine Patienten wenden sich von ihm ab. Er stirbt als Verkannter.</p>
<p>In dem Roman treffen nur außerordentliche Charaktere aufeinander. Alle zeichnet ein gemeinsames Merkmal aus: Jeder ist für sich betrachtet ein Perfektionist. Dabei bleiben normale menschliche Züge auf der Strecke. Deshalb wirken die Figuren überzeichnet. Das wird durch die Beschreibung ihrer Besonderheiten mit fast gewohnheitsmäßiger Redundanz hervorgehoben. Die außerordentlichen biographischen Strukturen erscheinen unwirklich.</p>
<p>An der Figur des Protagonisten soll sich dieser Eindruck verdichten:</p>
<p>Gregorius wird charakterisiert als ein weltabgewandter, etwas versponnener Gelehrter, der in seiner vernachlässigten Wohnung seinen altphilologischen Fragen nachgeht. Er, ein schwerfälliger, ungeschickter, alternder Mann, angetan mit verbeulter Kleidung und unkleidsamer Brille, blickt auf eine gescheiterte Ehe mit einer quirligen, blitzgescheiten Schülerin zurück. Sie hat ihn, den Unzeitgemäßen, Unbeholfenen, als einen Gedemütigten verlassen. Eine solche Ehe jedoch ist ein Faux-pas in einem Lehrerleben, der nicht unwidersprochen von der Administration hingenommen wird.</p>
<p>Als dieses Abbild eines &#8220;Professors Unrath&#8221;, einer zufälligen Begegnung folgend, überdies plötzlich untertaucht, wird er weder kritisiert noch suspendiert, sondern schmerzlich von seinen Schülern wegen seines interessanten Unterrichts - andernorts als verschroben und in seinem vielfältigen Wissen befangen beschrieben - vermisst. Von seinem Vorgesetzten wird er unterstützt und gedeckt. Von Lissabon aus beauftragt der Aussteiger eine seiner Schülerinnen, die sich zufällig als des Portugiesischen mächtig erweist, ihn mit Fachbüchern über Portugal zu versorgen, ein für einen Pädagogen unprofessionelles Tun, das befremdlich wirkt.</p>
<p>Warum wird dieser in seinem altertümlichen Fach so friedlich Aufgehobene und Ruhende durch Schlaflosigkeit umgetrieben, die doch eher das Los der abgrundtief Verunsicherten, der Depressiven, der Rastlosen ist? Warum teilt er diese in nächtlichen Gesprächen mit seinem Augenarzt, der ihm, obgleich so freundschaftlich verbunden, doch nicht zur Überwindung seiner Sehschwäche hilft?</p>
<p>Alle Figuren sind von aufsehenerregender Exklusivität, dabei schattenlos und plakativ. Inhaltlich ereignet sich eher Lapidares: Ein aus dem Dienst weggelaufener Lehrer begibt sich in eine fremde Stadt, durchstreift Cafés und Buchhandlungen, kleidet sich neu ein, erlernt das Rauchen, spielt Schach. Die Begegnungen mit den Menschen, die ihn in seinen Recherchen weiterbringen, sind nicht logisch nachvollziehbar. Sind sie zufällig? Welche Anhaltspunkte haben Gregorius veranlasst, sie so treffsicher aufzufinden?</p>
<p>Die zweite Ebene, die eingeflochten wird, ist die der Erforschung der vergangenen Epoche, die das Leben des Portugiesen prägte. Diese Epoche hatte das Leben in Lissabon düster gemacht. Verfolgung, Verschwinden, Hinrichtung und Folter drohten.</p>
<p>Der Leser sieht sich philosophischen Fragen menschlicher Existenz gegenübergestellt. Das gibt dem Roman eine großartige und anspruchsvolle Note: &#8220;Wie wäre dieses unwiederholbare eigene Leben, könnte man es in der Haut eines anderen erfahren?&#8221; Oder &#8220;Welche Rolle spielt Sterblichkeit für die Wahrnehmung dieses unwiederholbaren Lebens?&#8221;.</p>
<p>Aber fast widerwillig ertappt man den Autor bei sprachlichen Überdehnungen, hochtrabenden Etikettierungen und sachlichen Ungereimtheiten. Etwas bescheidene, unprätentiöse Lakonie hätte ihm wohl angestanden.</p>
<p><strong>Letzte Bearbeitung des Beitrags <em>Pascal Mercier - Nachtzug nach Lissabon</em>:<br />
26. Mai 2011, 15:00 Uhr</strong></p>
<p>[1] Erich Maria Remaque: &#8220;Eine Nacht in Lissabon&#8221;, Anna Seghers: &#8220;Transit&#8221; und der Filmklassiker mit Ingrid Bergman &#8220;Casablanca&#8221;<br />
[2] vgl. http://www.zeit.de/2004/49/L-Mercier?page=all</p>
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		<title>Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Dec 2010 20:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Simon</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Daniel Kehlmann &#8220;Die Vermessung der Welt&#8221; - nun endlich nach &#8220;Ruhm&#8221; und &#8220;Lob&#8221; lese ich sein Erstlingswerk, einen Roman. Ich habe keine Kritiken im Ohr. Dass er hoch zu loben sei, das stand jedoch schon vor fünf Jahren allenthalben außer Zweifel. 
Es sind die Geschichten von Gauß, dem Mathematiker, und Humboldt, dem Naturforscher - es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Daniel Kehlmann &#8220;Die Vermessung der Welt&#8221; - nun endlich nach &#8220;Ruhm&#8221; und &#8220;Lob&#8221; lese ich sein Erstlingswerk, einen Roman. Ich habe keine Kritiken im Ohr. Dass er hoch zu loben sei, das stand jedoch schon vor fünf Jahren allenthalben außer Zweifel.</strong> </p>
<p>Es sind die Geschichten von Gauß, dem Mathematiker, und Humboldt, dem Naturforscher - es handelt sich um Alexander, obwohl auch der ältere Bruder, Wilhelm, mitspielt. Beiden Brüdern sollte von Haus aus eine große Zukunft beschert werden durch eine gnadenlos perfekte Ausbildung in standesgemäßer Gelehrsamkeit, Sprachen und Naturwissenschaften. Der Ältere, Wilhelm, ist so gefügig, gelehrig und begabt, beherrscht schon mit 15 Jahren sieben Sprachen, was ihn bald in den sicheren Hafen von Ehe und Ehre als dekorierten Diplomaten steuern lässt. Aller wissenschaftlicher Ehrgeiz blieb fortan auf der Strecke gebildeter Repräsentation.</p>
<p><span id="more-470"></span>Dagegen befreit sich der scheinbar begriffstutzig in seinem Schatten stehende Jüngere von den an ihm haftenden Eierschalen seiner Unentschlossenheit und entfaltet sich vehement zum Entdecker und Forscher brennendster Passion. Seine Expeditionen in die Ferne machen vor keinen Unbilden halt. Dem wissenschaftlichen Impetus würde er seinen letzten Blutstropfen opfern. Von Moskitos fast ausgesaugt entkommt er auf brüchigen Flusskähnen den Mäulern von Krokodilen, Piranjas, Großkatzen und Kannibalen, erklimmt Vulkankrater, um sich darin  abzuseilen, wird von unwegsamen Felsen zerschunden, von Sonne, Frost und Stürzen von Wassern schier überwältigt. Seinen Auftrag verliert er nicht aus dem Blick, seine Messinstrumente, seine Messergebnisse, seine Sammelstücke sind Zeugnis seiner Existenz. Wie ein Wunder ersteht nach jedem Abenteuer ein deutscher Baron in tadelloser Uniform in den höfischen Kreisen der Zivilisation am Fuße der Berge, in den Hafenstädten und jenseits der undurchdringlichen Urwälder.    </p>
<p>Gauß indes, aus kleinen Verhältnissen stammend, wäre eigentlich das Leben eines Landarbeiters bestimmt gewesen, entgeht diesem Schicksal durch seine halb zufällige, halb widerstrebende Entdeckung seines Talents durch den verdrießlichen Lehrer. Seine Existenz als genialer Mathematiker stand immer auf finanziell schwachen Füßen, denn so umwälzend seine Erkenntnisse waren, wurden sie wegen seines Mangels an Lebensalter, Würde und Ruhm doch von seinen Lehrern veröffentlicht, die sich selbst damit schmückten. </p>
<p>Um seinen Lebensunterhalt zu sichern, stellt er seine mathematischen und denkerischen Kräfte in den Dienst der Astronomie. Dennoch war dies alles zu Zeiten der Kleinstaaterei unter Napoleons Herrschaft nicht ganz einfach, weil jeder Umzug in eine andere Stadt bereits einer Auswanderung über Landesgrenzen gleichkam. Seine Familie hat unter seiner wissenschaftlichen Passion gelitten. Zu seinen Kindern fehlte ihm jeder Zugang, die Frau, der sein Herz gehört hatte, starb im Kindbett. Um seine Familie versorgt zu wissen, geht er eine Zweckverbindung ein mit der ihm widerwärtigen Freundin der Verstorbenen. Jetzt ist es der Abscheu vor der ehelichen Gemeinschaft, der ihn aus dem Haus in die erdverkrusteten Stiefel eines Geodäten treibt, eines Landvermessers, der um seiner Vermessungen willen mit allerlei Händel um freie Sicht schier um den mathematischen Verstand gebracht, und in den Irrsinn weltlicher Geschäftigkeit versetzt wird. </p>
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		<title>Im Räderwerk des Bildungsgetriebes - Hermann Hesses Erzählung Unterm Rad - ein Hörbuch</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 20:36:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Simon</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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Hermann Hesse - Unterm Rad


© Der Hörverlag



Hermann Hesse thematisiert die Bitternisse der Jugend. Er ist der Dichter des Aufbegehrens, der Melancholie und des Scheiterns.
In dem Roman &#8220;Unterm Rad&#8221; geht es um um all das - beklemmenderweise besonders um das Scheitern. Dies ist umso bedrückender, als es einen jungen Menschen mit zwar schwacher körperlicher Konstitution, aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table style="float:left; width:218px; margin-right: 10px; margin-top: 5px; margin-bottom: 10px;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td><img style="border: 3px double #ddd;" title="Hermann Hesse - Unterm Rad" src="http://www.institut1.de/225_11_06_Hesse_UntermRad_CD.jpg" border="0" alt="Hermann Hesse - Unterm Rad" align="left" /></td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; margin-top: 2px; margin-bottom: 3px; font-size:10px; line-height: 12px;">Hermann Hesse - Unterm Rad</td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; color: #67808d; font-size:9px; line-height: 11px;">© Der Hörverlag</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong>Hermann Hesse thematisiert die Bitternisse der Jugend. Er ist der Dichter des Aufbegehrens, der Melancholie und des Scheiterns.</strong></p>
<p>In dem Roman &#8220;Unterm Rad&#8221; geht es um um all das - beklemmenderweise besonders um das Scheitern. Dies ist umso bedrückender, als es einen jungen Menschen mit zwar schwacher körperlicher Konstitution, aber wachem, aufnahmefähigen Geist, ja, sogar brennendem Ehrgeiz betrifft, der den Anforderungen seiner Umwelt nicht Genüge tut.</p>
<p>Die Gefühlswirren der Pubertät bescheren ihm die innige Freundschaft zu einem Ungepassten, einem Verfemten. Während seines Abstiegs vom strebsamen Primus zum Verworfenen wenden sich alle Gönner von ihm ab, enttäuscht über unerfüllte Erwartungen. Sein Lebensweg verläuft sich im Unerheblichen. </p>
<p><span id="more-419"></span><strong>Bloß nicht matt werden - sonst kommt man unters Rad</strong></p>
<p>Hans Giebenrath, mutterloses Einzelkind in einer einfachen, schwäbisch-pietistischen Umgebung aufgewachsen, hochbegabt und ungewöhnlich feingeistig und zartgliedrig, aber lenkbar, strebsam, ehrgeizig, blickt nach der mustergültig bestandenen Aufnahmeprüfung im klösterlich humanistischen Internat einem unstandesgemäß vorgezeicheten Lebensweg mit dem Ziel eines erhöhten Platzes auf Kanzel oder Katheder entgegen.</p>
<p style="float: left; margin: 5px 10px 5px 0px;"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=instituintern-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3895849650&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Jedoch löst er die Erwartungen seiner Gönner nicht ein. Alle wohlwollende Unterstützung weicht, als er pubertätsbewegt auf der Suche nach eigenen Maßstäben aus dem Tritt kommt. Sein Versagen wird nicht geduldet. Zurückgekehrt in die ignorante, ablehnende Welt seiner Kindheit findet er keinen tragfähigenen Halt mehr. Sein Lebenslicht erlischt - zufällig oder aus Verzweiflung?</p>
<p>&#8220;Bloß nicht matt werden - sonst kommt man unters Rad&#8221;, mahnt der Hebräischprofessor halb aufmunternd halb drohend den merkwürdig gedankenabwesenden Musterschüler. &#8220;Unterm Rad&#8221;- der Titel bedeutet, krasser ausgedrückt, &#8220;unter die Räder gekommen&#8221; oder &#8220;zwischen Mühlsteinen aufgerieben&#8221; zu sein. Selbst das Bild des &#8220;Rädchens im (Bildungs)-Getriebe&#8221; oder des schweren &#8220;Im-Rad-Gehens&#8221; eines schuftenden Arbeitstiers stellt sich angesichts der Anstrengungen des kaum der Kindheit entwachsenen Zöglings ein.</p>
<p>Die Erzählung entstand 1906, dennoch ist sie, trotz einfühlsameren Umgangs mit Heranwachsenden, trotz weniger strenger Anforderungen, heute noch aktuell und bewegend. Sie handelt von den immer wiederkehrenden Nöten des Erwachsenwerdens, von Selbstfindung und Aufrichtigkeit, von Verweigerung und Konsequenz, von Abgrenzung und Einsamkeit. Sie ist zugleich eine Verarbeitung Hesses eigener Jugend- und Schulerfahrungen. Auch Eltern der gegenwärtig heranwachsenden Jungengeneration müssen sich fragen, ob sie ihrem Sprössling Verständnis und Gerechtigkeit entgegenbringen.</p>
<p>Hier liegt der Roman als Hörbuch vor. Die Stimme des Vorlesers ist jung, und glaubwürdig. Einfühlsam und dezent trifft sie den Ton vom Erziehenden bis zum Zögling. Es liest Samuel Weiss.</p>
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		<item>
		<title>Anna Seghers: Der Aufstand der Fischer von St. Barbara</title>
		<link>http://www.institut1.de/anna-seghers-der-aufstand-der-fischer-von-st-barbara/</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 09:55:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Simon</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[





SternennachtVincent van Gogh


public domain



Anna Seghers steht für die Identifikation mit den Verfolgten und Geknechteten. Das zeigen ihre berühmten Romane, die schon lange als Schullektüre gelten, um junge Menschen unmittelbar an soziale und politische Probleme heranzuführen.
Das siebente Kreuz über die schier aussichtslose Flucht aus einem deutschen Konzentrationslager oder Transit über die gefahrvolle Flucht quer durch Europa [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table style="float:left; width:238px; margin-right: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 5px; margin-bottom: 10px;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td><img style="border: 3px double #ddd;" title="Sternennacht - Vincent van Gogh" src="http://www.institut1.de/wp-content/uploads/225_vangogh_sternennacht.jpg" border="0" alt="Sternennacht - Vincent van Gogh" align="left" /></td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; margin-top: 2px; margin-bottom: 1px; font-size:10px;">Sternennacht<br />Vincent van Gogh</td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; color: #67808d; font-size:9px;"><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Public_domain" style="color: #67808d; font-size:10px;" target="_blank" title="public domain">public domain</a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong>Anna Seghers steht für die Identifikation mit den Verfolgten und Geknechteten. Das zeigen ihre berühmten Romane, die schon lange als Schullektüre gelten, um junge Menschen unmittelbar an soziale und politische Probleme heranzuführen.</strong></p>
<p><em>Das siebente Kreuz</em> über die schier aussichtslose Flucht aus einem deutschen Konzentrationslager oder <em>Transit</em> über die gefahrvolle Flucht quer durch Europa aus der deutschen Nazidiktatur sind die Prototypen für Political Correctness.</p>
<p>Die Erzählung <em>Aufstand der Fischer von St. Barbara</em> reiht sich ein in dieses aufklärerische Genre, das die Qual der Unterdrückten thematisiert. Die Fischer des Dorfes St. Barbara haben zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig. Abhängig von der ausbeuterischen Gier der Reeder, die ihnen die Bedingungen diktieren, ertränken sie ihre existentiellen Sorgen im Alkohol.</p>
<p><span id="more-406"></span><strong>Zum Aufstand von der Not getrieben</strong></p>
<p>Ihre ausgemergelten Frauen wissen nicht, wie sie mit den knappen Rationen die Familien ernähren sollen, und ihre Kinder vegetieren hässlich, schwächlich und kränklich dahin. </p>
<p style="float: left; margin: 5px 10px 5px 0px;"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=instituintern-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3898137554&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Von Not getrieben kommt es zum Aufstand gegen die Reeder, deren Macht durch die Gewalt des Militärs gestützt wird. Gegen die bewaffneten Soldaten sind die Männer machtlos.</p>
<p>Zwei junge Menschen begegnen sich, beide einsam, beide gezeichnet und desillusioniert von den unwirtlichen und lebensfeindlichen Bedingungen. Ein Fischerbursche und eine Schifferhure, die sich in den widrigen Umständen behaupten müssen. In ihrer Begegnung drückt sich die vage Idee aus, dass Leben mehr sein könnte als nacktes Überleben. Doch der Junge kommt in den Wirren des Widerstands um, das Mädchen wird an ihr trostloses Geschäft gebunden bleiben.</p>
<p>Es gibt im Buch nicht den tröstlichen Ausblick, den die Verfilmung des Stoffes versucht hat hinzuzudichten.</p>
<p>Die Lesung ist vollständig und originalgetreu. Der Text ist in der schmucklosen, expressionistischen Sprache, der die Autorin verpflichtet ist, verfasst. Die Sprache, die Dialoge, die Bilder ließen bei mir Assoziationen zu Kohlezeichnungen und Holzschnitten aufkommen, von den Unbilden des harten Lebens gezeichnete, einfache Gesichter, unter das Lebensjoch gebeugte Gestalten, wie sie aus den Bildern Käthe Kollwitz&#8217;, Paula Modersons oder schicksalhaften Gedichten wie denen von Agnes Miegel sprechen. </p>
<p>Ulrike Krumbiegel liest den Text. Sie war auch schon bei der Verfilmung dabei, der Text ist ihr vertraut. Eine angenehme Stimme, der man gern zuhört. Nur die Dialoge hätte ich mir unverfälschter und neutraler gewünscht. Aus den Stimmen spricht für meinen Geschmack zuviel schauspielerisches Engagement, das die Menschen in einer bereits von der Autorin gewollt einfachen, rauen Sprache - zwar gut gemeint - nachempfindet, aber zu eindimensional erscheinen lässt.</p>
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		<title>Hermann Hesse: Demian - ein Hörbuch gelesen von Ulrich Noethen</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Nov 2009 21:13:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Simon</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[





Hermann Hesse - Demian


© Der Hörverlag



Hermann Hesse ist das unsterbliche Idol der Jugend, Symbol des Aufbruchs, der Individuation, der Selbstfindung, der Melancholie.
Seine Erzählung Demian, aus der autobiographischen Perspektive geschrieben, ist der Prototyp des Genres eines Entwicklungs- und Bildungsromans. Es geht um den Ablösungsprozess des Knaben Emil Sinclair von dem behüteten kindlichen Dasein eines bürgerlich geordneten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table style="float:left; width:238px; margin-right: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 5px; margin-bottom: 10px;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td><img style="border: 3px double #ddd;" title="Hermann Hesse - Demian" src="http://www.institut1.de/wp-content/uploads/225_hesse_demian.jpg" border="0" alt="Hermann Hesse - Demian" align="left" /></td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; margin-top: 2px; margin-bottom: 1px; font-size:10px;">Hermann Hesse - Demian</td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; color: #67808d; font-size:9px;">© Der Hörverlag</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong>Hermann Hesse ist das unsterbliche Idol der Jugend, Symbol des Aufbruchs, der Individuation, der Selbstfindung, der Melancholie.</strong></p>
<p>Seine Erzählung <em>Demian</em>, aus der autobiographischen Perspektive geschrieben, ist der Prototyp des Genres eines Entwicklungs- und Bildungsromans. Es geht um den Ablösungsprozess des Knaben Emil Sinclair von dem behüteten kindlichen Dasein eines bürgerlich geordneten Familienlebens. Er erlebt diese Entwicklung als einen heftigen Widerstreit zwischen der reinen Welt der Familie und den dunklen Verwirrungen, denen er sich in der Außenwelt aussetzt.</p>
<p>Scham und Verstrickung reichen so tief, dass er allein nicht den Mut findet, sich zu befreien oder sich anzuvertrauen. Max Demian, ein älterer Mitschüler, bewundert und gleichzeitig gemieden wegen seiner Überlegenheit und Reife, gibt ihm die Kraft, sich aus dem Bann zu lösen. </p>
<p><span id="more-398"></span><strong>Neuorientierung nach Rückschlägen und Exzessen</strong></p>
<p>Mit der Pubertät beginnt ein anderer Lebensabschnitt. Er wird mit neuen Fragen konfrontiert. Bis er Demian wieder begegnet, schweift er durch vielerlei Sphären - Höhenflüge und Abgründe des Heranwachsens.</p>
<p style="float: left; margin: 5px 10px 5px 0px;"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=instituintern-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3867170959&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Er erlebt Verliebtheit, muss, um nicht vollends zu scheitern, das Elternhaus verlassen, und es gelingt ihm erst nach Rückschlägen und Exzessen, sich neu zu orientieren. In Demians Mutter gar glaubt er die Frau seines Lebens zu erkennen. Zwar erfüllt sich die Liebe nicht. Jedoch bleibt die wegweisende Kraft sein Jugendfreund, bis er von ihm endgültig bitteren Abschied nehmen muss. Aber inzwischen ist dessen Mission erfüllt. Emil hat die Reife erlangt, für sich selbst einzustehen. </p>
<p>Der Roman Demian ist im Ersten Weltkrieg entstanden. Der Autor war bei seinem Erscheinen Anfang vierzig. Er hatte ihn zunächst unter dem Pseudonym Emil Sinclair veröffentlicht, ein verstecktes Zugeständnis an die unleugbar autobiographischen Züge. Erst später bekannte er sich zu dem Werk, das ihm sogar den Theodor-Fontane-Preis eingebracht hatte, ein angesehener Preis für Erstveröffentlichungen. Er änderte den Titel und gab den Preis zurück.</p>
<p>Hermann Hesses Erzählstil zeichnet sich durch den Verzicht auf üppige sprachliche Ausgestaltung des Milieus, des Äußeren, aus. Er konzentriert sich ganz auf das Innenleben, die Gefühlslage, seelische Verfassung und  Entwicklung seines Protagonisten, ein Hinweis auf seine Beschäftigung mit dem Thema Psychotherapie und Psychoanalyse. Der Dichter hatte selbst einen komplizierten und bedrohlichen Reifeprozess, der ihn zu dieser Auseinandersetzung zwang, hinter sich. Hinter der Gestalt des Therapeuten Lang verbirgt sich C. G. Jung. </p>
<p>Der Text wird von Ulrich Noethen gelesen. Seine zurückhaltende, gleichwohl behutsame Stimme lässt den Hörer am Schicksal Emils teilnehmen, in die Welt des Kindes, des Heranwachsenden, der sich entfaltenden Persönlichkeit eintauchen, ohne ihn durch Gefühligkeit zu verführen, zu verschrecken oder auf kritische Distanz zu bringen. Ein gelungenes Werk, das dem Text auf angenehme Art gerecht wird!</p>
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		<title>Thomas Mann: Deutsche Hörer! BBC-Reden 1941-1945</title>
		<link>http://www.institut1.de/thomas-mann-deutsche-hoerer-bbc-reden-1941-1945/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 Sep 2009 12:37:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Simon</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Rhetorik]]></category>

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		<description><![CDATA[





Thomas MannDeutsche Hörer!BBC-Reden 1941 bis 1945


© Der Hörverlag



Während einer Ferienreise in die Schweiz im Mai 1933 beschloss Thomas Mann angesichts der beginnenden nationalsozialistischen Diktatur, mit seiner Familie nicht mehr nach Deutschland zurückzukehren. Danach war er verschrien und verpönt als mit dem Feind Verbündeter und Fahnenflüchtiger. 
Es wurde ein endgültiger Abschied. Seitdem lebte er abwechselnd im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table style="float:left; width:238px; margin-right: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 5px; margin-bottom: 10px;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td><img style="border: 3px double #ddd;" title="Thomas Mann - BBC-Reden 1941 bis 1945" src="http://www.institut1.de/wp-content/uploads/225_mann_deutsche_hoerer.jpg" border="0" alt="Thomas Mann - BBC-Reden 1941 bis 1945" align="left" /></td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; margin-top: 2px; margin-bottom: 1px; font-size:10px;">Thomas Mann<br />Deutsche Hörer!<br />BBC-Reden 1941 bis 1945</td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; color: #67808d; font-size:9px;">© Der Hörverlag</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Während einer Ferienreise in die Schweiz im Mai 1933 beschloss Thomas Mann angesichts der beginnenden nationalsozialistischen Diktatur, mit seiner Familie nicht mehr nach Deutschland zurückzukehren. Danach war er verschrien und verpönt als mit dem Feind Verbündeter und Fahnenflüchtiger. </p>
<p>Es wurde ein endgültiger Abschied. Seitdem lebte er abwechselnd im Exil in der Schweiz und - ab 1938 - in Kalifornien. Er nahm 1944 sogar voller Stolz die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Erst 1952 zog er in die Schweiz zurück, wo er bis zu seinem Tod 1955 lebte. </p>
<p>Thomas Mann hat sich nicht leicht getan als Redner. Er war kein Mensch, der das Bad in der Menge suchte. Er war zurückhaltend und verhalten, auf Distanz und Manieren bedacht. Öffentliche Auftritte erfüllten ihn, den unerbittlichen Selbstbeobachter, immer wieder mit Unsicherheiten und Selbstzweifeln.</p>
<p><span id="more-386"></span><strong>Thomas Mann - Deutsche Hörer! - BBC-Reden 1941 bis 1945</strong></p>
<p>Der Schritt, zum deutschen Volk zu sprechen, ist ihm zweifellos selbst in der Studioeinsamkeit nicht leicht gefallen. Umso höher ist er zu bewerten. Denn Thomas Mann war kein ausgesprochen politisch tätiger Mensch. Umso mehr erfüllte es ihn mit Stolz, von der Führungselite des Dritten Reiches zu denjenigen gezählt zu werden, die zum Widerstand aufriefen.</p>
<p style="float: left; margin: 5px 10px 5px 0px;"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=instituintern-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3899403983&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Die 58 kurzen Ansprachen, die Thomas Mann von Kalifornien aus an das deutsche Volk richtete, waren zu jener Zeit technisch kompliziert zu erstellen. Sie wurden zunächst auf eine Schallplatte aufgenommen, auf dem Luftweg nach New York gebracht und von dort aus nach London gekabelt.</p>
<p>Einmal monatlich strahlte sie die BBC aus, sodass sie über Langwelle in Deutschland zu empfangen waren. In Deutschland war dazu das Abhören von &#8220;Feindsendern&#8221; unter strenge Strafen gestellt.</p>
<p>Die Reden Thomas Manns sind an ein breites Publikum gerichtet und der damaligen Zeit entsprechend hochemotional und voller Pathos. Angesichts der Unmenschlichkeit und Zerstörungswut gegen andere Völker und der Abschottung Deutschlands aus der Staatengemeinschaft waren deutliche Worte am Platz.</p>
<p>Thomas Mann konfrontiert seine Hörer mit Kriegsverbrechen, systematischer Verfolgung und Ausrottung der Juden, mit Menschenexperimenten, Vergasungen und Euthanasie. Er berichtet von dem menschenverachtenden und unmenschlichen Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung in den besetzten Ländern, dem Bombenterror und der Dezimierung durch gezielten Hunger. Diesen Tatsachen stellt er die geistige Größe und Kultur der Vergangenheit Deutschlands  gegenüber, und er ruft auf zu Umkehr, Umdenken und Buße.</p>
<p>Die Reden sind eingebettet in eine kongruierende Montage aus zeitgenössischen Hetztiraden von Nazigrößen wie Himmler, Goebbels und des Gauleiters des Warthegaus, Teil des besetzten Polens, Greiser. Dazwischen schallen immer wieder Fetzen des Horst-Wessel-Liedes, gerade so wenig, um nicht einstimmen zu lassen.</p>
<p><a style="color:blue;" title="Hörprobe" href="http://www.hoerverlag.de/Literatur/978-3-89940-398-5/" target="_blank">Hörprobe<br />
Thomas Mann: Deutsche Hörer!<br />
BBC-Reden 1941 bis 1945<br />
Format: Original-Ton - Sprecher: Thomas Mann - 1 CD / 53 Min. - 14,95 Euro - Produktion: Bayerischer Rundfunk, British Broadcasting Corporation</a></p>
<p><iframe src="http://www.institut1.de/010353_zanox_ebrosia_gourmetkiste_450_300_institut1.html" style="width:535px;height:350px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Ich habe mich nie für groß gehalten - Lesung aus den Tagebüchern von Thomas Mann - ein Hörbuch</title>
		<link>http://www.institut1.de/ich-habe-mich-nie-fuer-gross-gehalten-lesung-aus-den-tagebuechern-von-thomas-mann-ein-hoerbuch/</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Sep 2009 14:09:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Simon</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[





Thomas MannIch habe mich nie für groß gehalten


© Der Hörverlag



&#8220;Ich habe mich nie für groß gehalten, aber ich liebe es, mit der Größe zu spielen und mit ihr auf vertraulichem Fuße zu stehen.&#8221; Erst in seiner Vollständigkeit offenbart sich die Ambivalenz des Zitats, aber auch die kritische Distanz des Menschen Thomas Mann zum Künstler Thomas [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table style="float:left; width:238px; margin-right: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 5px; margin-bottom: 10px;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td><img style="border: 3px double #ddd;" title="Thomas Mann - Ich habe mich nie für groß gehalten" src="http://www.institut1.de/wp-content/uploads/225_thomas_mann_tagebuecher.jpg" border="0" alt="Thomas Mann - Ich habe mich nie für groß gehalten" align="left" /></td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; margin-top: 2px; margin-bottom: 1px; font-size:10px;">Thomas Mann<br />Ich habe mich nie für groß gehalten</td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; color: #67808d; font-size:9px;">© Der Hörverlag</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&#8220;Ich habe mich nie für groß gehalten, aber ich liebe es, mit der Größe zu spielen und mit ihr auf vertraulichem Fuße zu stehen.&#8221; Erst in seiner Vollständigkeit offenbart sich die Ambivalenz des Zitats, aber auch die kritische Distanz des Menschen Thomas Mann zum Künstler Thomas Mann. </p>
<p>Das Tagebuch ist der Partner des Einsamen. Und so schrieb er neben all dem, das nach außen gekehrt, an den Leser und Hörer adressiert war, unermüdlich und ausdrücklich abgewendet für sich - also, unbedacht auf Wirkung, keine Vortragsprosa und ohne literarischen Anspruch: &#8220;Daily notes without any literary value&#8221; - nicht vor Ablauf von 20 Jahren nach seinem Tod der Nachwelt auszuliefern.</p>
<p>Thomas Manns Tagebuchüberlieferungen zwischen 1919 und 1955 umfassen zehn Bände mit 4500 Textseiten, sieht man ab von all jenen Aufzeichnungen, die er selbst vernichtet hat.</p>
<p><span id="more-339"></span><strong>Thomas Mann - Die Tagebücher von 1918 bis 1955</strong></p>
<p>Aus diesem riesigen Konvolut galt es, für eine Lesung eine Auswahl zu treffen und einen ordnenden Zusammenhang herzustellen.</p>
<p style="float: left; margin: 5px 10px 5px 0px;"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=instituintern-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3867171785&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Die Aufgabe, diese Textfülle für das Ohr des Hörers zu zähmen, hat Reinhard Baumgart übernommen, ein profunder Thomas-Mann-Kenner. Vor dem politischen Hintergrund dreier Epochen, 1918 - 1921, der Zeit nach dem 1. Weltkrieg im München der niedergeschlagenen Räterepublik, 1933 - 1935, der Zeit der Emigration und des Verlusts des Vaterlandes, und 1953 -1955, der Nachkriegszeit und der Zeit des nahenden Todes, werden Aufzeichnungen aus fünf persönlichkeitsprägenden, ausschließlich privaten Lebensbereichen vorgestellt. </p>
<p>Anders als das literarische Werk bringen uns die Tagebuchaufzeichnugen  den Menschen Thomas Mann nahe, der, wie er augenzwinkernd bekennt, &#8220;seinen Mann stehen&#8221; musste.</p>
<p>Herausgefiltert hat Reinhard Baumgart jenseits von literarischen und politischen Positionen charakteristische Bereiche, die sich folgendermaßen überschreiben lassen:</p>
<div style="margin-left: 20px;">
<ul style="padding-left: 0px; font-size: 13px; line-height: 18px; list-style-type: square; margin: 0px 0px 0px 0px;">
<li style="line-height: 18px;">Allein: Der Mensch Thomas Mann als einsame, grüblerische Existenz, seine Gefühle, die ganze Skala von Wehmut, Rührung, Ergriffenheit angesichts der Veränderungen in seinem Leben. Seine Hemmungen und Widerstände im Privaten, im Freien, im Umgang mit seinem Körper - ausgedrückt in der verwunderten Feststellung, der Kulturmensch erlebe bereits das Natürliche als Wollust. Seine Eitelkeiten und Empfindlichkeiten, seine Qual und fehlende Souveränität bei kleinsten Kalamitäten. Schließlich das Aufatmen und die Belebung durch die Erkenntnis, aus dem beengenden Deutschen befreit und im weltoffenen Euopäischen eingebunden zu sein.</li>
<li style="line-height: 18px;">In Gesellschaft und auf Reisen: Der erhebende Umgang mit den Großen, mit dem Luxus, dem Ruhm und der Ehre, und die kleinen Demütigungen, die er, der Sprachgewaltige und Weitgereiste, erfuhr, wenn er Ignoranz, fremder Sprache und Kultur ausgesetzt war.</li>
<li style="line-height: 18px;">Familienszenen: Teil seines Lebens, zu dem er nach eigenen Aussagen nicht geboren war, dem er sich in seiner Unbeholfenheit, so gut er konnte, aber stellte. Obwohl Vater von sechs Kindern gesteht er seine Vorlieben für seine Lieblinge ein: Elisabeth, die ja eigentlich sein fünftes Kind war, nennt er gar &#8220;sein eigentlich erstes&#8221;, er spricht von der Berechtigung eines Vaters, in seinen Sohn verliebt zu sein - gemeint ist Klaus - und er setzt seinem Enkel Frido, dem Sohn Michaels, in dem engelsgleichen Nepomuk, &#8220;Echo&#8221;, in <em>Doktor Faustus</em> ein Denkmal.</li>
<li style="line-height: 18px;">Jünglinge: Der Blick hinüber ins eigene Geschlecht, ein Motiv, zu dem er sich literarisch und schreibend bekannte, und das sich als eine voyeuristische Glücksspur durch sein intimes Leben zog. Ohne seine Knabenliebe, die gleichwohl immer nur gedacht und aus der Ferne Platz in seinem Herzen hatte, wären Werke wie <em>Tod in Venedig</em> und <em>Tonio Kröger</em> nicht denkbar.</li>
<li style="line-height: 18px;">Hunde: Das Nachspiel um die Tiere, die als stumme, oder besser: anderssprachige, Gesprächspartner, anmutig oder mitleiderregend, aus seinem Leben nicht wegzudenken waren, die ihn noch in der Zeit seines Abschieds von der Welt beschäftigten. Verewigt hat er diese Liebe in<em> Herr und Hund</em>.</li>
</ul>
</div>
<p>Die Stimmen der drei Vorleser Reinhard Baumgart, Vicco von Bülow und Peter Wapnewski stehen, obwohl altersmäßig etwa gleichgestimmt, für die jeweiligen ausgewählten Lebensepochen, während sich die thematischen Unterteilungen mit jedem Abschnitt von Neuem chronologisch aufbauen. Das klingt kompliziert, ist aber letztlich ein geniales Verfahren, um dem Zuhörer den wandelunterworfenen Einblick in die Themen zu gewähren. </p>
<p><a style="color:blue;" title="Hörprobe" href="http://www.hoerverlag.de/genres/-ich-habe-mich-nie-fuer-gross-gehalten-/autor/thomas-mann/?searchterm=thomas+mann&#038;page=2" target="_blank">Hörprobe<br />
Thomas Mann: &#8220;Ich habe mich nie für groß gehalten …&#8221;<br />
Die Tagebücher von 1918 bis 1955<br />
Format: Gekürzte Lesung - Sprecher: Reinhard Baumgart, Vicco von Bülow, Prof. Dr. Peter Wapnewski - 2 CDs / 105 Min. - 19,95 Euro - Produktion: Der Hörverlag</p>
<p><strong>Hörprobe:</strong></a></p>
<p><object width="268" height="120"><param name="movie" value="http://www.hoerverlag.de/web/media/audioplayer.swf"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><param name="flashvars" value="song=http://www.hoerverlag.de//media/9783867171786_mann__die_tagebuecher_1918-1955.mp3&#038;col=0xb70000&#038;author= Thomas Mann&#038;title=„Ich habe mich nie für groß gehalten …“"></param><embed src="http://www.hoerverlag.de/web/media/audioplayer.swf?song=http://www.hoerverlag.de//media/9783867171786_mann__die_tagebuecher_1918-1955.mp3&#038;col=0xb70000&#038;author= Thomas Mann&#038;title=„Ich habe mich nie für groß gehalten …“" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="268" height="120" ></embed></object></p>
<p><iframe src="http://www.institut1.de/010353_zanox_ebrosia_gourmetkiste_450_300_institut1.html" style="width:535px;height:350px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Thomas Mann liest aus seinen Romanen</title>
		<link>http://www.institut1.de/thomas-mann-liest-aus-seinen-romanen/</link>
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		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 06:03:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Simon</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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Thomas MannJoseph und seine Brüder


© Der Hörverlag



1955 - es muss einer seiner letzten öffentlichen Auftritte gewesen sein: Wir hören die würdevolle Stimme eines greisen Mannes, ein wenig spröde, ein wenig brüchig, ja, bewegt, dabei aber präsent und mit dem Pathos, das uns heutzutage so ungewohnt klingt, uns aber umso mehr zu Herzen geht.
In Lübeck, seiner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table style="float:left; width:238px; margin-right: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 5px; margin-bottom: 10px;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td><img style="border: 3px double #ddd;" title="Thomas Mann - Joseph und seine Brüder" src="http://www.institut1.de/wp-content/uploads/225_thomas_mann_joseph_ua.jpg" border="0" alt="Thomas Mann - Joseph und seine Brüder" align="left" /></td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; margin-top: 2px; margin-bottom: 1px; font-size:10px;">Thomas Mann<br />Joseph und seine Brüder</td>
</tr>
<tr>
<td style="padding-left: 3px; color: #67808d; font-size:9px;">© Der Hörverlag</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>1955 - es muss einer seiner letzten öffentlichen Auftritte gewesen sein: Wir hören die würdevolle Stimme eines greisen Mannes, ein wenig spröde, ein wenig brüchig, ja, bewegt, dabei aber präsent und mit dem Pathos, das uns heutzutage so ungewohnt klingt, uns aber umso mehr zu Herzen geht.</p>
<p>In Lübeck, seiner Geburtsstadt, liest Thomas Mann ein Kapitel aus den Josephsromanen. Die Tetralogie <em>Joseph und seine Brüder </em>war das Werk, das ihn über den Krieg getragen hat, dessen zutiefst Menschliches ihn faszinierte, als ein Werk fern aller bürgerlichen Inhalte, fern aller gewohnten Modernität hat es ihn 17 Jahre lang - von 1926 bis 1943 - in Anspruch genommen.</p>
<p>Das klingt unglaublich. Aber sein Anspruch an die Formulierungskunst war hoch, wie man seinem Alter Ego Aschenbach, dem alternden Dichter in der Novelle <em>Tod in Venedig</em>, schon entnehmen konnte: Er mochte sich nie mit einem &#8220;fröhlichen Ungefähr&#8221; zufriedengeben, sondern &#8220;brachte seine würdigsten Stunden der Kunst zum Opfer dar&#8221;.</p>
<p><span id="more-318"></span><strong>Thomas Mann - Joseph und seine Brüder und andere Romane</strong></p>
<p>Das Kapitel, &#8220;Das bunte Kleid&#8221;, das er vorträgt, stammt aus dem zweiten Band,  <em>Der junge Joseph</em>. Es geht darum, wie Joseph die Khetonet, das zauberhafte Hochzeitskleid, an sich bringt. Alle bisherige Schicksalhaftigkeit vereinigt sich in diesem Festgewand, das seine Trägerinnen schmückte und verbarg zugleich. Und nun gelingt es Joseph in seinem unwiderstehlichen Charme, es in seine Hände zu spielen und dem berückten, liebesblinden Vater abzuschwatzen. Es schwört ein neues Verhängnis herauf - den offenen Konflikt auf Leben und Tod und ein Leben fern von dem Gelobten Land.</p>
<p style="float: left; margin: 5px 10px 5px 0px;"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=instituintern-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3867173923&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></iframe></p>
<p>Aber das Kapitel, das wir hören, weiß davon noch nichts. Es perlt, sprüht und funkelt wie die Khetonet selbst. Denn der junge Joseph ist nicht nur charmant, hübsch und schön wie seine Mutter, sondern er ist auch eitel, zielstrebig und gewitzt. Und ahnte man nicht, welchen fast tödlichen Dienst ihm der Vater in seiner Nachgiebigkeit und Schwäche erwies, man könnte beseligt lächeln über soviel knabenhaften Liebreiz.</p>
<p>Der zweite Teil der CD besteht überwiegend aus Auszügen aus dem Spätwerk <em>Der Erwählte</em>. Das ist die sagenhafte Geschichte des Papstes Gregor, der, seinerseits aus einer inzestuösen Beziehung hervorgegangen, ausgesetzt und nach einer Kindheit in der Verbannung klösterlicher Abgeschiedenheit einer Wiederholung seiner eigenen Geschichte nach dem klassischen Muster der antiken Ödipus-Sage anheimfällt. Zur Buße vegetiert er 17 Jahre lang als Eremit ausgesetzt und vergessen auf einem unwirtlichen Felseneiland, bis er einer Weissagung folgend befreit wird. Er legt auf dem Weg nach Rom seine groteske igelig-murmeltierhafte Eingeschrumpftheit ab und nimmt eine geradezu übermenschlich erstrahlende Gestalt an, um nun das Papsttum in eine neue Blütezeit zu führen.</p>
<p>Diese Sage ist Stoff vielgestaltiger Literatur. Thomas Mann bezieht sich auf die mittelhochdeutsche Überlieferung von Hartmann von der Aue und überzeichnet die Figur des angeketteten Einsiedlers, der sich von einer Art Erdlymphe ernährt und äußerlich mit dem algenbemoosten Felsen verwachsen scheint, zu einer Groteske. Er hatte das Inzestthema in der Novelle <em>Wälsungenblut</em> bereits einmal literarisch verarbeitet, die Veröffentlichung aus familiären Erwägungen jedoch erst 1921 vollzogen.</p>
<p>In den Tondokumenten liest er die Vorgänge um Gregorius&#8217; zweimalige Rettung, das 9. Kapitel und aus dem 23. und 24. Kapitel. Diese letztgenannten Aufnahmen sind eine Rarität. Sie sind von seiner Tochter Erika mit einem Tonbandgerät aufgezeichnet worden, als der Schriftsteller sein Werk im Familienkreis vorstellte.</p>
<p>Den letzten beiden Auszügen aus dem <em>Zauberberg</em> und <em>Doktor Faustus</em> lässt sich nicht viel Zusammenhängendes entnehmen und zu einem Faden verknüpfen. Es handelt sich leider nur um wenige Minuten.</p>
<p><a style="color:blue;" title="Hörprobe" href="http://www.hoerverlag.de/Literatur/978-3-86717-392-6/" target="_blank">Hörprobe<br />
Thomas Mann: &#8220;Joseph und seine Brüder und andere Romane&#8221;<br />
Format: Original-Ton - Sprecher: Thomas Mann, Krista Posch - 2 CDs / 109 Min. - 19,95 Euro - Produktion: Norddeutscher Rundfunk, Süddeutscher Rundfunk</a></p>
<p><iframe src="http://www.institut1.de/010353_zanox_ebrosia_gourmetkiste_450_300_institut1.html" style="width:535px;height:350px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
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		<title>Ruhm von Daniel Kehlmann als Hörbuch</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Aug 2009 09:59:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunhild Simon</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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Daniel Kehlmann - Ruhm


© Deutsche Grammophon Literatur



Nach dem internationalen Erfolg seines Romans &#8220;Die Vermessung der Welt&#8221; hat Daniel Kehlmann mit seinem im Januar dieses Jahres erschienenen neuen Buch &#8220;Ruhm&#8221; für einige Verwirrung gesorgt. Wer gehofft hatte, in ähnlicher Weise wie bei der fiktiven Doppelbiographie Alexander von Humboldts und Carl Friedrich Gauß&#8217; an die Hand genommen [...]]]></description>
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<td style="padding-left: 3px; color: #67808d; font-size:9px;">© Deutsche Grammophon Literatur</td>
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<p>Nach dem internationalen Erfolg seines Romans &#8220;Die Vermessung der Welt&#8221; hat Daniel Kehlmann mit seinem im Januar dieses Jahres erschienenen neuen Buch &#8220;Ruhm&#8221; für einige Verwirrung gesorgt. Wer gehofft hatte, in ähnlicher Weise wie bei der fiktiven Doppelbiographie Alexander von Humboldts und Carl Friedrich Gauß&#8217; an die Hand genommen und geführt zu werden, findet sich nun in einem literarischen Spiegelkabinett wieder.</p>
<p>Die Orientierung in diesem Labyrinth moderner Poetik - immerhin ist Kehlmann Universitätsdozent für dieses Fach - wird auf vielfältige, nämlich doppelbödige Weise erschwert. Das Werk, ein Roman in neun Geschichten, ist eine Aneinanderreihung von Episoden, die an amerikanische Short Stories erinnern. Es geht um Reise, Entfernung, Veränderung. </p>
<p>Zunächst scheinen die Geschichten in keinem Zusammenhang zueinander zu stehen, bis man auf Querverbindungen aufmerksam wird. Die Personen tauchen unversehens in anderen Bezügen wieder auf, die Identitäten verschieben sich, Alltägliches wandelt sich zum Absurden, Überschaubares zum Vielschichtigen, Prominenz stürzt in die Bedeutungslosigkeit, der Aufsteiger ist schon zur Stelle.</p>
<p><span id="more-296"></span><strong>Daniel Kehlmann - Ruhm - Hörbuch</strong></p>
<p>Diese Fiktionen werden durch die moderne Kommunikationstechnik erzeugt, eine Scheinexistenz im Internet, der Gegensatz zwischen der unüberbrückbaren Ferne der Person und ihrer scheinbar zum Greifen nahen Stimme. So entstehen Verschränkungen und unvorhergesehene Bezüge. Eine weitere Ebene wird durch den Autor selbst eingezogen: Er ist der Schöpfer einer Schriftstellerfigur, die ihrerseits gleichzeitig das Handeln weiterer fiktiver Figuren bestimmt. </p>
<p style="float: left; margin: 5px 10px 5px 0px;"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=instituintern-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3829122594&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Dabei verschmelzen die Grenzen von Fiktion und Realität. Sie fließen einerseits ins Unwirkliche, wie die Geschichte der todkranken Sterbetouristin, die den Autor ihrer Existenz um einen anderen Ausgang anfleht. Andererseits geraten sie ins Beängstigende, wie das Schicksal der Krimiautorin, die in Vertretung eines anderen in einer fatalen Verkettung fehlerhafter Umstände in der zentralasiatischen Steppe verlorengeht.</p>
<p>Bestimmte Motive tauchen immer wieder auf. Zunächst prägt sich der Name Miguel Auristos Blancos ein,  Erfolgsautor von Lebensbewältigungsliteratur, eine Gestalt, die in einer der Geschichten selbst als Akteur, ausgerechnet die Einzelheiten seines Freitods erwägend, auftritt. Daneben gibt es die literarischen Bindeglieder, wiederkehrende zeitgemäße Objekte, Internet und Mobiltelefon, die die sich überschneidenden Handlungen ermöglichen, formelhaft starre Sätze wie &#8220;&#8230; machte den Mund auf und wieder zu&#8221; und klischeelastige Figuren - dicke oder unattraktive Frauen, nervös und unsouverän, immer bei Hitze mit Strickjacke und anderen eigentümlichen Details ihrer Erscheinung. Daneben dünne Männer mit fettsträhnigen, schütteren Haaren, Hornbrille und rotem Käppi, dazu mit öligen Floskeln. Die anderen Personen, die die Hauptakteure umgeben, bleiben merkwürdig blass.</p>
<p>Schließlich noch eine Anmerkung zum Titel &#8220;Ruhm&#8221;. Man fragt sich immer wieder, wie wohl dieser Titel als Klammer die Geschichten zusammenhalten mag. Kehlmann selbst nennt den Titel Ironie. Er ist vielleicht zu verstehen als ironischer Hinweis auf die Hinfälligkeit des Ruhms. Denn es geht um Figuren, die einesteils Ruhm erlangt haben, der ihnen jedoch in der Unvorhersehbarkeit der Umstände wieder abhanden kommt, um anderen zuzufließen. </p>
<p>Die Vertonung als Hörbuch erleichtert es, das Buch zu Ende zu bringen, was beim Lesen vielleicht fragwürdiger ist. Zu sehr ändern sich Stil und Sujet der einzelnen Episoden. Man muss sich immer wieder auf ein komplett neues Umfeld einstellen und trotz der gelegentlich legeren Sprache aufs Genaueste aufpassen. Ulrich Matthes und Nina Hoss lesen die einzelnen Episoden im Wechsel, das sorgt für Belebung. Der Anteil, der von Ulrich Matthes zu Gehör gebracht wird, ist deutlich größer. Während Nina Hoss im Lesen sehr zurückgenommen bleibt, hat sich Matthes dem persönlichen Stil der Rede der Figuren interpretierend angenähert. Das wirkt auf mich bisweilen distanzlos und hörspielhaft.</p>
<p>Liebhaber von Kriminalromanen werden mit dieser Art von verzwickter Romancollage mehr anfangen können. Ich gehöre zu denen, die sich eher an Sprache in ihrer feinen Differenzierung ergötzen als am Erforschen der Verbindungslinien ineinander verwobener Handlungen.</p>
<p><a style="color:blue;" title="Informationen zum Hörbuch" href="http://www.dg-literatur.de/katalog/detail/product/157400/" target="_blank">Informationen zum Hörbuch<br />
Daniel Kehlmann: &#8220;Ruhm&#8221;<br />
Format: ungekürzte Lesung - Sprecher: Ulrich Matthes und Nina Hoss - 4 CDs - 25,99 Euro - Produktion: Deutsche Grammophon Literatur</a></p>
<p><iframe src="http://www.institut1.de/010353_zanox_ebrosia_gourmetkiste_450_300_institut1.html" style="width:535px;height:350px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
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